Radler-Kritik an Sanierung der Marker Allee

Der Fuß- und Radweg an der Marker Allee wird saniert
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Bis Mitte Februar dauert die Sanierung des Fuß- und Radwegs an der Marker Allee. Dabei geht es nur um die Wiederherstellung und nicht um die Optimierung. Der Hochbordweg für Radfahrer ist nämlich zu schmal, wie Nutzer kritisieren.

Mark – Wenn schon Geld investiert wird, dann doch richtig. Stattdessen soll am Fuß- und Radweg der Marker Allee alles beim Alten bleiben, und das findet ein Radfahrer aus dem Hammer Osten nicht in Ordnung. Seit vergangener Woche wird die Verbindung ab Ahsebrücke auf rund 100 Metern erneuert. Rund 85 000 Euro werden investiert. Ein richtiger Radweg wird dennoch nicht daraus.

Es mangelt an Platz. „Der Hochbordweg sollte besser zurückgebaut und der Radweg auf die Straße verlegt werden“, meint der Radfahrer. Er und die anderen Zweiradfahrer gehörten ohnehin auf die Fahrbahn. „Leider ist dies vielen Autofahrern, sogar einigen Streifenpolizisten, unbekannt. Das kann ich immer wieder beobachten, wenn Autofahrer mich hupend und gestikulierend auf den Radweg verweisen“, sagt er.

Und er hat recht. Die Stadtverwaltung hob 2017 auf etwa 40 Prozent der Strecken im Stadtgebiet die Radwegebenutzungspflicht auf und zwar da, wo es zu verantworten ist. Durch die Straßenverkehrsordnung sind die Rechte der Radfahrer gestärkt worden. Ist der Verkehr auf einer Straße gering oder der begleitende Radweg in einem schlechten Zustand, mussten Städte den Benutzungszwang aufheben. Der Änderung liegen Erfahrungen zugrunde, wonach mehr Radfahrer auf den alten Radwegen neben Bürgersteigen verunglückten als im Straßenraum – also auf Wegen wie an der Marker Allee. Auf den Hochborden würden Radfahrer immer wieder übersehen, heißt es, vom abbiegenden Verkehr, von Fahrzeugen, die achtlos aus Grundstückseinfahrten fahren, von Fußgängern, die unvermittelt den Radweg betreten, ohne sich umzuschauen und von Personen, die Autotüren aufreißen, ohne auf passierende Radfahrer zu achten. Auf der Fahrbahn dagegen seien Radfahrer von Weitem zu erkennen.

Vor dem Hintergrund hatte die Stadt vor rund vier Jahren die entsprechende Radwege-Beschilderung abgenommen. So ist die Radwegebenutzungspflicht nicht mehr gegeben. Darauf achten die Autofahrer aber eher nicht. Die Folge: Einige hupen und beschimpfen Radfahrer, weil sie irrtümlich meinen, die gehörten auf den alten Radweg. Vor dem Hintergrund ist die Forderung des Radfahrers nachvollziehbar. Dass das Hochbord an der Marker Allee saniert wird, führt er auf eine Sichtweise in der Stadtverwaltung zurück, wonach sich Entscheidungsträger ausdrücklich sicherer auf den alten Radwegen fühlten. Das sei auf der 25-Jahr-Feier zur „Fahrradfreundliche Stadt“ gesagt worden, erklärt er.

Bei der Stadtverwaltung sahen die Planer keinen Anlass, den Hochbordweg bei der aktuellen Sanierung zurückzubauen. „Es gab keine Beschwerden, es war kein Thema“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. „Es ist hier eine reine Wiederherstellung.“ Spielraum besteht auf dem kombinierten Weg nicht. Einen Ausbau der Radweges wäre nicht möglich. Gemäß Richtwert müsste er zwei Meter breit sein. Es gebe Ausnahmen, da könne er etwas schmaler sein, sagt er. An der Marker Allee stünden aber nur 1,15 Meter zur Verfügung. „Das ist deutlich zu schmal.“ Deshalb bestehe hier keine Radwegebenutzungspflicht – das müssen jetzt vor allem noch einige Autofahrer lernen.

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