Radfahrer dürfen im Stadtbezirk Rhynern auf bessere Zeiten hoffen

Pop-Up-Radwege: In Corona-Zeiten sind diese provisorischen Routen in Großstädten (hier Hamburg) modern geworden. Die Bezirksfraktion könnte sich dies auch in Rhynern auf manchen Straßen gut vorstellen.
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Pop-Up-Radwege: In Corona-Zeiten sind diese provisorischen Routen in Großstädten (hier Hamburg) modern geworden. Die Bezirksfraktion könnte sich dies auch in Rhynern auf manchen Straßen gut vorstellen.

Rhynern – Der Stadtbezirk Rhynern soll (endlich) fahrradfreundlicher werden. Darüber sind sich alle Bezirksvertreter einig. Daher setzen sie diesbezüglich auch auf eine enge Zusammenarbeit. Ein interfraktioneller Arbeitskreis soll sich in Zukunft ausschließlich diesem Thema widmen. Es sollen gute Konzepte erarbeitet werden, an denen der Stadtrat im besten Fall gar nicht vorbeikommt.

Das ist zusammengefasst das Ergebnis einer Debatte während der Bezirksvertretersitzung. Angestoßen wurde diese Diskussion durch einen Antrag der CDU. Diese hatte einen konkreten Vorschlag für eine neue Radroute als Verbindung zwischen Westtünnen und dem Dreiländereck beantragt.

Es sollte der Startschuss sein, um die „Flickschusterei“, wie es CDU-Mann Markus Stephan Harkebusch nannte, endlich zu beenden. Bewusst drückte die CDU in Form dieses Antrags aufs Gaspedal, damit der Stadtbezirk Rhynern bei der Verteilung der Radwege-Projekte im ganzen Stadtgebiet nicht zu spät dran ist. Denn auch andere Stadtteile dürften wohl Ansprüche stellen, erklärte der Fraktionsvorsitzende Heinrich Saarbeck. „Wir brauchen klare Forderungen für unseren Bezirk.“

Der Koalition war der Antrag letztlich zu konkret. Sie möchte nicht vorschnell auf dieses eine Pferd, der Radroute in Westtünnen, setzen, sondern zunächst „gemeinsam an einem Radwegenetz flechten“, wie es die Grünen-Fraktionsvorsitzende Andrea Pfeifer umschrieb.

Um nicht gegen den CDU-Antrag stimmen zu müssen, schlug Pfeifer vor, ihn in eine Anregung umzuwidmen. Das bedeutet, dass sich die Stadtverwaltung zunächst diesen Vorschlag ansieht und dann dazu eine Stellungnahme abgibt.

Dem stimmte die CDU zu, nachdem auch SPD-Fraktionschef Harald Lemm den Wunsch äußerte, alle Stadtteile des Bezirks zunächst zu durchleuchten, um so eine Art Prioritätenliste erstellen zu können. Dies könne am besten in einem neuen Arbeitskreis „Radwege“ angegangen werden. Diesem Gremium sollen Vertreter aller vier Parteien angehören.

Pop-Up-Radwege als Alternative

Einmal in der Diskussion starteten die Bezirksvertreter bereits mit einem ersten Brainstorming – quasi als Vorarbeit für den Arbeitskreis. Dabei ging es noch nicht um Ideen für Verläufe neuer Radwege, sondern um Vorschläge für möglichst preiswerte und vor allem schnelle Verbesserungsmöglichkeiten. Claudia Breer von der CDU nannte die in der Corona-Zeit „modern“ gewordenen „Pop-Up-Radwege“.

In einigen Großstädten seien solche kurzfristig mit Baken oder Pylonen eingerichteten Radwege auf Fahrbahnen sehr positiv angenommen worden. Diese provisorischen Radwege bieten den Vorteil, dass die geschaffene Verkehrssituation zunächst in der Praxis getestet und eventuell auftretende Probleme nachgebessert werden können, ehe sie dann womöglich dauerhaft installiert werden.

Als weiteren Diskussionsansatz für den Radwege-Arbeitskreis gab Claudia Breer noch den Tipp, sich Nachhilfe von den Holländern geben zu lassen. „Für deutlich mehr Sicherheit in Kreuzungsbereich sorgen zum Beispiel kleine Bodenwellen“, erklärte Breer. Diese kreisförmigen, rotgefärbten Wellen können von Pkw überfahren und von Bussen und Fahrrädern umfahren werden.

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