Stadt in ihre Einzelteile zerlegt

Puzzles, Monopoly...: Hamm als Spiele-Thema sehr beliebt

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Hamm - In Hamm leben vermutlich nicht mehr oder weniger Spiele-Fans als in anderen deutschen Städten. Doch taugt die Stadt seit vielen Jahren immer wieder als interessantes Spiel-Thema. Wie ein überraschendes Fundstück aktuell in Heessen zeigt.

Nur per Zufall stolpern Spiele-Fans derzeit über ein 1000-Teile-Puzzle mit einer Luftbildaufnahme des Hammer Marktplatzes. Denn dieses wird bei "Real" in Heessen angeboten. Warum nicht auch anderswo? Ganz einfach: Weil der Hersteller Ravensburger das Puzzle exklusiv für den Heessener Markt produziert hat.

Die Mitarbeiter hätten sich "überlegt, was man als Standortmerkmal machen kann", erklärt Real-Mitarbeiter Andy Aydin die Motivation für diesen Auftrag. Mit der Puzzle-Idee und dem Foto aus einem Agentur-Pool sei man vor einiger Zeit direkt an einen Außendienstmitarbeiter von Ravensburger herangetreten.

Mindestauflage 500 Stück

Der Weg von der Idee zum Spiel war dann tatsächlich nicht so schwierig. Sofern die Rechtefragen geklärt und die Abnahme einer Mindestauflage von 500 Exemplaren sicher ist, kommt solch ein Deal mit dem etablierten Hersteller problemlos zustande. Bei entsprechendem Bedarf sei auch eine Nachproduktion möglich, erklärt Ravensburger-Sprecherin Katrin Hanger auf WA.de-Nachfrage.

Tatsächlich ist das auch im Heessener Fall möglich. Denn laut Aydin läuft der Verkauf des Puzzles "ganz gut".

Puzzle-Motiv von Hans Blossey

Hans Blossey

Das aktuell verwendete Pauluskirche/Marktplatz-Motiv stammt übrigens ursprünglich von WA-Luftbildfotograf Hans Blossey. Er zeigte sich über die unverhoffte Nutzung "positiv überrascht". Da er das Bild in einen Agenturpool gegeben habe, erhalte er dafür zwar kein Exklusivhonorar, doch die Summe kleiner Geldbeträge wie in solchen Fällen helfe durchaus bei der Finanzierung des teuren Flugbenzins, freut sich Blossey.

Elefanten-Puzzle schon 2011

Das Real-Puzzle ist nicht das erste aus der Ravensburger-Schmiede. Im Rahmen der Aktion „Ab in die Mitte“ im Jahr 2011 hatte der Spielwarenanbieter Kremers ein 1000-Teile-Puzzle mit verschiedenen Motiven des Glaselefanten in Auftrag gegeben. Die Stückzahl lag damals bei 1000 - ein Restposten sei nach wie vor vorrätig, so Kremers-Mitarbeiter Oliver Wirtz.

Individuelle Auftragswünsche wie diese erfüllt Ravensburger übrigens "zwischen und 30 und 50 Mal pro Jahr", erklärt Katrin Hanger.

Hamm-Monopoly gibt es seit 2012

Spielangebote mit dem Thema Stadt Hamm haben also schon Tradition. Das bekannteste aus der Reihe ist das Hamm-Monopoly, das 2012 erstmals aufgelegt wurde. Es zeichnet sich in allen Spielbereichen durch bekannte und weniger bekannte Landmarken, Straßennamen und Begriffe aus der Lippestadt aus und vermittelt so ein starkes Heimatgefühl, ohne dass der hohe Spielwert des klassischen Monopoly darunter leidet.

Lange Zeit war das Spiel bei Hammer Anbietern wie Kremers und Kaufhof verfügbar. Sollten Spiele-Fans dort nicht mehr fündig werden: Bei zahlreichen Online-Anbietern ist es nach wie vor erhältlich.

Stadt Hamm profitiert imagemäßig

Bei der Stadt Hamm sind Spiele mit lokalem Bezug natürlich aus Imagegründen immer gern gesehen. Rücksprache mit der Stadt gebe es aber nicht in allen Fällen. Das sei aber zum Beispiel im Fall Kremers so geschehen, weil für die verwendeten Motive eine Freigabe erforderlich gewesen sei, erklärt Stadtsprecher Lukas Huster.

Huster weiß darüber hinaus von einem weiteren Hamm-Spiel. 2016 sei ein City-Memory ("City-Memo") Hamm aufgelegt worden, das von einem Verlag gemeinsam mit dem Verkehrsverein entwickelt und vertrieben worden sei. Dort ist "der spielerische Streifzug durch Hammer Sehenswürdigkeiten" aktuell zwar ausverkauft; online aber - zum Beispiel bei buecher.de - sind noch Exemplare erhältlich.

Trotz des Werbewertes vermarkte die Stadt aber keine Spiele in Eigenregie, so Huster. Allenfalls stelle man Verlagen bei Bedarf passende Motive zur Verfügung.

Weil es zum Thema passt:

Die Stadt Hamm bietet auf ihrer Internetseite ein "Hamm-Quiz" mit Wissensfragen für Kinder an. Klicken Sie hier, um auf die entsprechende Seite zu gelangen.

In Hamm lebt es übrigens ein echter Spiele-Erfinder. Im Jahr 2012 erzählte Christian Tiggemann für ein Porträtvideo von seiner Arbeit:

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