Was führte dazu?

Blutige Eskalation in Hammer Innenstadt: Beteiligte erinnern sich

Große Aufregung herrschte am Abend des 16. September 2019 in de Hammer Innenstadt.
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Große Aufregung herrschte am Abend des 16. September 2019 in de Hammer Innenstadt.

Was ist genau in den Momenten kurz vor den lebensbedrohlichen Stichen auf einen 16-Jährigen vor einem Mietshaus an der Königsstraße am 16. September 2019 passiert?

Hamm/Dortmund – Ein damals im Rettungswagen eingesetzter Feuerwehrmann erinnerte sich jetzt als Zeuge vor dem Dortmunder Schwurgericht an die blutige Eskalation des Geschehens: „Wir hatten den Angeklagten zunächst wegen seiner oberflächlich blutenden Verletzungen am Kopf behandelt. Dann wollte er gehen, brauchte auch nicht mit ins Krankenhaus.“ Er sei barfuß gewesen, habe seine Hausschuhe holen wollen.

Tatsächlich jedoch sei er wenige Momente später wieder aus dem Haus aufgetaucht und habe auf jemanden eingestochen. Das Opfer habe im Hauseingang gestanden und war, wie er erst später erfahren habe, von der Polizei zuvor mit den Händen auf den Rücken gefesselt worden. „Dann hat auch schon die Polizei geschossen und so das Geschehen beendet“, skizzierte der Zeuge die Schlussszene der gewalttätigen Begegnung.

Stiche "potenziell lebensgefährlich"

Bei dem 16-Jährigen wurden im Krankenhaus vier Stichverletzungen in Bauch, Rücken und Oberarm festgestellt. Diese waren nach dem Gutachten einer Rechtsmedizinerin zwar nicht sonderlich tief, hatten keine inneren Organe verletzt, waren dennoch aber „potenziell lebensgefährlich“. Der Angeklagte erlitt einen Schuss durch die Schulter, der auch die Lunge verletzte. Stichverletzungen, wie vom Angeklagten behauptet, wurden von Notarzt und im Krankenhaus nicht dokumentiert.

Laut Anklage soll der 40-Jährige im Rahmen einer Auseinandersetzung mehrfach auf den arglosen und wehrlosen Jugendlichen eingestochen haben.

Prozess-Unterbrechung wegen Corona

Der Prozess wegen versuchten heimtückischen Mordes wurde nach dem aktuellen Verhandlungstag im Zeichen der Corona-Krise für voraussichtlich mindestens zwei Monate unterbrochen. Es sei derzeit einfach nicht möglich, alle erforderlichen Zeugen für die Aufklärung des Tatvorwurfs zu laden, so der Vorsitzende Richter Peter Windgätter. So sitze unter anderem der behandelnde Notarzt zur Zeit in seinem Ferienhaus in Spanien fest.

Polizeieinsatz in der Königstraße

Polizeieinsatz in der Königstraße

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