Urteil nach Kirmes-Schlägerei

Mann aus Hamm verletzt - Richterin spricht Security frei

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Soest - Zwei Männer aus Leverkusen und Borken sind am Dienstag im Soester Amtsgericht freigesprochen worden. Sie waren wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Den 63- und 44-jährigen Sicherheitsfachkräften war vorgeworfen worden, einen Mann aus Hamm auf der Allerheiligen-Kirmes im November 2016 misshandelt zu haben, indem sie mehrfach grundlos auf ihn eingetreten, ihn geschlagen und zu Boden gedrückt haben sollen. 

Die Angeklagten arbeiteten zur Tatzeit als Security-Beauftragte im Bayern-Festzelt. Beide bekräftigten in ihren Aussagen vor Gericht, dass es sich damals lediglich um eine normale Maßnahme gehandelt habe, bei der der Geschädigte – ein 23 Jahre alter Mann aus Hamm – sich vehement gegen die Angeklagten gewehrt haben soll. 

Diese brachten ihn laut Beweisaufnahme zunächst aus dem Zelt, weil es dort zu einem Streit zwischen zwei Fußballmannschaften gekommen war. Der 23-Jährige verhielt sich aggressiv, war zudem betrunken. Er gab einem anderen Kirmesbesucher eine Kopfnuss, nachdem er selbst geschlagen worden war. 

Die Security-Leute konnten den Mann nach wenigen Minuten bändigen und ihn der Polizei übergeben. Er erlitt leichte Verletzungen, unter anderem ein geschwollenes Nasenbein, wie sich später im Krankenhaus herausstellte. Die Männer des Sicherheitsdienstes bestritten allerdings, den Hammer außer zur Verteidigung geschlagen zu haben.

Video hilft bei Aufklärung

 Als Beweismittel diente unter anderem ein Video, das einen kurzen Ausschnitt der Szene zeigt. Zeugen waren der anwesende DJ (42), ein Freund des Geschädigten (23) sowie eine 29-jährige Frau aus Köln, die das Geschehen teilweise beobachtet hatten. Einer der Angeklagten war bereits 13-fach vorbestraft. 

Auf Forderung der Staatsanwaltschaft und des Verteidigers entschied sich die Richterin für einen Freispruch, da sie überzeugt sei, dass es sich um einen gerechtfertigten Einsatz im Sinne der Arbeit der Angeklagten gehandelt habe.

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