Aussage am Dortmunder Schwurgericht

Prozess um Enkelmord: Vater beklagt ständigen Streit um Geld

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Hier in Ostwennemar geschah die Bluttat im Februar 2016.

Hamm/Soest/Dortmund - Mit der Zeugenaussage des Vaters des Angeklagten wurde am Dortmunder Schwurgericht der Prozess um den gewaltsamen Tod des ehemaligen Soester Schulleiters Hans Hellendahl fortgesetzt.

Hellendahl wurde vermutlich am 8. Februar in seinem Haus in Hamm-Ostwennemaar durch seinen nun wegen Mordes angeklagten Enkel erschlagen. Ein schwerer Gang für den 50-jährigen Vater zum Zeugenstand, nur ungefähr einen Meter von seinem Sohn entfernt, der seinen Schwiegervater brutal mit einem Brecheisen erschlagen hatte.

Der Vater hätte das Recht, als enger Angehöriger jegliche Aussage vor Gericht zu schweigen, doch er und auch seine Frau wollen Fragen des Gerichts beantworten, wollen helfen, die Familientragödie und ihre Hintergründe aufzuklären. Das Verhältnis zum Schwiegervater scheint nach den Andeutungen und kurzen Kommentaren des Zeugen ausgesprochen kühl, vielleicht sogar recht schlecht gewesen zu sein. 

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„Er hat mich toleriert, aber mehr auch nicht, ich wurde in keinerlei Überlegungen mit einbezogen“. Auf keinen Fall wolle er hier aber „schmutzige Wäsche waschen“ erklärte der Zeuge bei Fragen des Gerichts nach persönlichen Beziehungen von Hans Hellendahl. Kurz schimmerte seine Abneigung gegen den ehemaligen Leiter des Börde-Berufskollegs auf, als der 50-jährige sich an Konflikte mit dem Pensionär erinnerte. „Es ging immer um das Sch...geld“. 

Laut sei er nie geworden, habe aber „immer Druck gemacht bei jedem, egal wo“. Geldsorgen und wohl auch die finanzielle Angewiesenheit auf den in Hamm lebenden Hellendahl hat die Soester Familie in den Monaten vor dem schrecklichen Geschehen geprägt. Durch die Erkrankung seiner Ehefrau geriet das Familienunternehmen in die Insolvenz, waren Schulden aufgelaufen. 

„Doch wir hatten Pläne für die Zukunft, man kann ja nicht resignieren“, erinnerte sich der Zeuge auch an zuversichtliche Überlegungen zu Beginn des Jahres. An seinem Sohn sei ihm Anfang Februar, nach der Tat, erst im Nachhinein aufgefallen, dass er „immer wieder unsere Nähe suchte“. Irgendetwas berichtet habe er aber nicht. 

Mehrere Tage nach dem gewaltsamen Tod von Hans Hellendahl war der Enkel in seinem Elternhaus in Soest festgenommen worden, nachdem die von Nachbarn alarmierte Polizei die Leiche des 84-jährigen entdeckt hatte. 

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