Rocker-Aussteiger erscheint nicht vor Gericht

Auge in Auge mit Angreifern: Rätsel um Zeugenauftritt

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Durchsuchungen im Clubheim des Bandidos im August 2017. Hier soll das spätere Opfer seinen Ausstieg aus der Szene erklärt habe.

Hamm/Dortmund - Die Aussage des mutmaßlichen Opfers im so genannten Hammer "Rockerprozess" war mit Spannung erwartet worden.

Schließlich könnten die belastenden Angaben des Hammers dafür sorgen, dass die angeklagten vier Mitglieder der Bandido-Unterstützer "Chicanos" womöglich für etliche Jahre im Gefängnis verschwinden. Kein Wunder, dass er mit Polizeischutz zu seiner Zeugenaussage vor der 35. Strafkammer des Dortmunder Landgerichts gebracht werden sollte.

Sein Rechtsbeistand Karsten Possemeyer weiß um die Brisanz der anstehenden Zeugenaussage - sein Mandant als Aussteiger aus der Rockerszene Auge in Auge mit vier mutmaßlichen brutalen Angreifern: "Es wird schwierig für ihn, hier auszusagen" erklärte der Hammer Anwalt noch wenige Minuten vor Beginn des Verhandlungstages gegenüber dem WA. Doch der Platz im Zeugenstand blieb am Montag leer.

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Die Polizeibeamten hatten den Mann am frühen Montagmorgen an seiner Wohnanschrift nicht angetroffen. Gleichzeitig erhielt Rechtsanwalt Possemeyer einen Hinweis, dass sein Mandant krank sei und dem Gericht im Laufe des Tages ein ärztliches Attest vorlegen werde. Nach seiner Genesung wird er erneut als wichtiger Belastungszeuge geladen werden.

Der damals 40-jährige Hammer hatte bei der Polizei angegeben, am 22. August 2017 die vier Angeklagten im "Bandido"-Vereinsheim an der Ahlener Straße getroffen zu haben. Nach einem Clubmeeting habe er seinen Ausstieg aus der Gruppe der "Chicanos", einer Unterstützer-Clique der Bandidos, mitgeteilt.

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Diese Ankündigung hätten die wütenden Chicanos umgehend mit Schlägen, Tritten sowie Drohungen mit einer scharfen Waffe quittiert. Auch Bargeld sei ihm geraubt sowie sein vor dem Club geparktes Auto beschädigt worden.

Nach den Angaben des mutmaßlichen Opfers wurden bei Wohnungsdurchsuchungen außerdem größere Waffen- und Drogenverstecke ausgehoben.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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