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Auf EC-Karten abgesehen: Taschendieb-Bande hatte ihr "Hauptquartier" in Hamm

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Von: Frank Lahme

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Der Prozess gegen eine Diebesbande beginnt am Dienstag in Bielefeld. © dpa

Hamm/Bielefeld - Einer mutmaßlichen Bande von bulgarischen Taschendieben wird ab dem kommenden Dienstag vor dem Landgericht Bielefeld der Prozess gemacht. Vier der fünf Angeschuldigten wohnten in Hamm, der fünfte Angeklagte in Ahlen.

Die allesamt aus der 166.000-Einwohnerstadt Ruse in Nordbulgarien stammenden Angeschuldigten sollen zwischen dem 7. Oktober 2016 und dem 7. Februar 2017 eine Vielzahl von Taschendiebstählen in ganz NRW begangen haben und es dabei in erster Linie auf ältere Frauen abgesehen gehabt haben. 17 Taten sind zur Anklage gelangt, für den Prozess sind zwei Verhandlungstage anberaumt.

Die 23 bis 41 Jahre alten Angeschuldigten (darunter ist eine Frau) sollen streng arbeitsteilig vorgegangen sein. Während einer das Opfer in der Bank oder im Supermarkt ausspähte, soll ein weiterer den konkreten Diebstahl ausgeführt und ein dritter das Fluchtauto gefahren haben. Ein weiterer Täter soll die Opfer abgelenkt haben. Erbeutet wurden laut Anklage Beträge zwischen 200 und 1 300 Euro, insgesamt mehrere tausend Euro. Auch sollen sie versucht haben, mit erbeuteten EC-Karten an die Ersparnisse der Opfer zu gelangen. Die in Herringen und im Hammer Norden wohnhaften Angeklagten waren in Hamm selbst nicht aktiv. Die Taten wurden in Rheda-Wiedenbrück, im Ruhrgebiet und im Rheinland ausgeführt.

Der Fall sorgte für Aufsehen, als es am 7. Februar zur Festnahme des Quintetts in Bergkamen kam. Zuvor hatten sich Ermittler der Polizei Rheda-Wiedenbrück an die Fersen der Verdächtigen geheftet und die Gruppe in Ennigerloh observiert. Als dort eine Frau bestohlen wurde, war zunächst eine der Polizistinnen aus Ostwestfalen ins Fahndungsraster der Kreispolizei Warendorf geraten, weil diese keine Kenntnis von dem Einsatz der auswärtigen Kollegen gehabt hatte. Nach weiteren Taten in Dortmund wurde das Quintett schließlich in Bergkamen gestellt. Alle fünf Angeschuldigten sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Köpfe der Bande sollen zwei gesonderte verfolgte Bulgaren gewesen sein. Auch diese sollen aus Ruse stammen und dort die Taschendiebe für die Taten in Deutschland engagiert haben.

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