Rückfällig gewordener Sexualstraftäter

Missbrauchsprozess: 54-Jähriger soll ins Gefängnis und in Sicherungsverwahrung 

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Hamm/Werne/Dortmund - Im Missbrauchsprozess gegen einen 54-jährigen Mann aus Hamm wurden die Plädoyers gehalten. Demnach soll der rückfällig gewordene Sexualstraftäter für vier Jahre ins Gefängnis und anschließend in der Sicherungsverwahrung für gefährliche Hangtäter untergebracht werden.

Diesen Strafantrag stellte Staatsanwältin Kornelia Nienhaus nach Ende der mehrwöchigen Beweisaufnahme vor der Jugendschutzkammer des Dortmunder Landgerichts.

Die Anklagevertreterin ist davon überzeugt, dass der einschlägig vorbestrafte Hammer mehrfach ein zunächst 13-jähriges Mädchen in Hamm und Werne zum Erstellen von pornographischen Videos verführt hatte. 

Das in seiner Reifeentwicklung verzögerte Mädchen bekam kleine Geschenke als Belohnung und erstellte dafür unter genauer Anweisung des 54-jährigen Nacktaufnahmen von sich, unterlegt mit verbalen Bemerkungen und Kommentaren des Mädchens. 

Diese Aufnahmen bearbeitete der Hammer an seinem heimischen Computer und erstellte daraus mehr als 200, immer wieder anders zusammengestellte Videos. Diesesowie Tausende von kinderpornographischen Aufnahmen wurden bei einer Wohnungsdurchsuchungsichergestellt

Der Angeklagte hatte in dem mehrmonatigen Prozess behauptet, dass sich das Mädchen ihm aufgedrängt und sich ihm sexuell angeboten habe. Dies sei eine absolut unglaubwürdige und "haarsträubende Erklärung", bewertete Nienhaus das Aussageverhalten des Angeklagten. Dem Gericht sei daher nichts anderes übrig geblieben, als das mutmaßliche Opfer selbst als Zeugin zu hören. Das Mädchen habe sich als absolut glaubwürdig erwiesen, habe sich sichtlich für das eigene Verhalten geschämt und den Angeklagten sicherlich nicht übermäßig belastet.

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In ihrem Strafantrag verwies die Staatsanwältin auf die "massive und einschlägige Vorstrafe" des Angeklagten. Er hatte zehn Jahre in Haft gesessen, weil er jahrelang die kleine Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin massiv missbraucht und vergewaltigt hatte. 

In der Haftzeit habe er aber immer wieder die rechtskräftig verurteilten Taten geleugnet, habe nichts die geringsten Anstrengungen unternommen, seine unterschwellig vorhandenen pädophilen Neigungen behandelt zu lassen. Nach derzeitigem Stand gelte er daher als ein gefährlicher Hangtäter, von dem weitere schwere Straftaten zu befürchten seien.

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