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Trotz Bürgerprotest: Rat schafft Grundlage für Gewerbegebiet

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Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann stellte sich den Protestierenden.

[Update] Hamm - Nach intensiver Debatte hat die Ratsmehrheit der Stadt Hamm den Entwurf zum Regionalplan Ruhr gebilligt. In diesem ist das umstrittene Industriegebiet in Norddinker enthalten. Die Opposition stimmte dagegen.

Rund 150 Bürger verschiedener Lager hatten bei der Ankunft der Ratsmitglieder im Kurhaus gegen einen umstrittenen Industriegebiet-Entwurf und gegen Anliegerbeiträge protestiert. Nach der Entscheidung verließen die Uentroper Protestler enttäuscht den Saal - sie fühlen sich nicht ernst genommen von der großen Koalition.

Katrin Kley, eine der Initiatorinnen der Proteste, kündigte weitere Proteste an: "Wir wollen deutlich machen, dass wir uns wehren. Und das bei jedem Planungsvorhaben."

Gemeinsam stark: Bürger protestieren am Kurhaus gegen Straßensanierungsgebühren und das Gewerbegebiet.

Mit rund 20 Treckern war die Interessengemeinschaft aus Norddinker am frühen Dienstagnachmittag vorgefahren und fing die Ratsmitglieder mit kleinen "Denkanstoß"-Präsenten, in denen Walnüsse aus Norddinker eingepackt waren, ab. Die Stadt will auf einer 50 Hektar großen Fläche in Norddinker Gewerbeansiedlung möglich machen. 

Einige der Räte nahmen sich Zeit für die Bürger und versuchten, Bedenken auszuräumen. "Der Protest ist ein klares Zeichen, das können wir gut verstehen", sagte der SPD-Ratsfraktionschef Justus Moor. "Wir müssen aber im Interesse der gesamten Stadt entscheiden. Bei 8000 Arbeitslosen muss es die Möglichkeit geben, dass irgendwo neue Jobs entstehen."

Moor erklärte allerdings, dass vor einer möglichen Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe auf der in Rede stehenden Fläche in Norddinker andere Bereiche in Hamm im Fokus stehen. "Wir müssen erst dort entwickeln, wo versiegelte Fläche ist wie am Rangierbahnhof oder am Bergwerk Ost. Vorher müssen wir über Ansiedlungen auf der grünen Wiese nicht reden."

Die Demonstranten - viele Landwirte und Anwohner aus Uentrop, aber auch viele andere Bürger - nahmen den Kommunalpolitiker ihre Argumente nicht ab. Bei der Ankunft von Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann gab es ein lautes Pfeifkonzert. Vertreter der Linksjugend warfen dem Stadtoberhaupt gar Beleidigungen an den Kopf.

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