Protest gegen DB-Pläne

Hammer Bahnhof soll Halt für alle ICE-Züge bleiben

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Hamm - Der ICE zwischen Berlin und Köln soll weiterhin in Hamm halten. Dafür setzen sich Wirtschafts- und Fahrgastverbände ein. Die Deutsche Bahn hatte kürzlich Pläne vorgestellt, ab 2021/22 für einen ICE-Sprinter Halte im regulären ICE-Verkehr zu streichen. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde in Hamm jede zweite ICE- Fahrt nach Köln wegfallen.

Die DB möchte durch eine schnellere Verbindung zwischen Rhein und Spree vor allem Kunden im Rheinland gewinnen. Für sie soll im Zwei-Stunden-Takt ein Sprinter zwischen Köln und Berlin verkehren, der nur in Hannover hält. Hamm, Bielefeld, Hagen und Wuppertal würden ohne Halt durchfahren. Der Sprinter soll die Strecke so in weniger als vier Stunden schaffen, 18 Minuten weniger als der reguläre Schnellzug.

Um Platz für den neuen Zug zu machen, müsste alle zwei Stunden der ICE-Flügelzug zwischen Köln und Hamm entfallen; auch Regionalverbindungen wie der RE7 sind nach Ansicht der Verkehrsverbünde bedroht. Die Stadt Hamm hatte Kritik an den Plänen geäußert.

Nun äußern sich die anderen Städte an der Strecke: Die stündliche Anbindung Süd- und Ostwestfalens an die Hauptstadt müsse erhalten bleiben, fordern die Industrie- und Handelskammern zu Bielefeld und Hagen in Schreiben an Bahnchef Dr. Richard Lutz. Den Protestbrief haben auch die Städte Hagen, Wuppertal, Solingen und Remscheid, der Märkische und der Ennepe-Ruhr-Kreis sowie Hochschulen der Region unterzeichnet.

Bahnstrecke Hamm-Dortmund wird im Sommer gesperrt

Auch die Bundespolitik beschäftigt sich mittlerweile mit den DB-Plänen. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Christian Sauter (FDP) im Bundestag beschied Verkehrs-Staatssekretär Enak Ferlemann jedoch lediglich, dem Ministerium lägen keine Erkenntnisse vor, man werde die DB fragen.

Für Hamm würden die DB-Pläne den Wegfall von ICE-Direktverbindungen von und nach Köln bedeuten. Alle zwei Stunden würde auf die Zugtrennung in Hamm verzichtet, beide Zugteile führen dann zwischen dem Rheinland und Hamm durchs Ruhrgebiet. Auf der Strecke Köln–Wuppertal–Hamm wäre dann Platz für den Sprinter. Der müsste dort allerdings mehrere Regionalzüge überholen, die dafür verlangsamt und aus ihrem Takt genommen werden müssten. Der Gesamtfahrplan für den Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen würde dadurch empfindlich gestört, meint man beim Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL).

Beim Fahrgastverband Pro Bahn ist von einem „Marketing-Gag“ der Bahn die Rede, durch den eine Vielzahl anderer Bahnkunden benachteiligt werde. Die Deutsche Bahn hatte auf Nachfrage von einem frühen Planungsstadium gesprochen. Entscheidungen seien noch nicht getroffen.

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