Gericht erkennt auf Totschlag

Prostituierte in Heessen getötet: So muss der Täter büßen

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Am Flugplatz an der Münsterstraße ist die Frau aus Bulgarien zu Tode gekommen.

Hamm/Dortmund – Für den gewaltsamen Tod einer Prostituierten auf dem Hammer Straßenstrich muss ein 24-jähriger Syrer achteinhalb Jahre ins Gefängnis.

Dieses Urteil fällte das Dortmunder Schwurgericht nach mehrwöchiger Beweisaufnahme. Die Strafkammer unter Vorsitz von Peter Windgätter sieht es als erwiesen an, dass der anerkannte Asylbewerber in der Nacht des 12. September 2018  die 35-jährige Frau minutenlang würgte, um sie „zum Schweigen zu bringen“. Auch habe er Angst davor gehabt, dass Passanten oder andere Frauen auf dem Strich durch die Schreierei auf ihn aufmerksam würden.

Die Frau hatte nach dem Sex mit dem auf dem Strich bekannten „Stammkunden“ laut geschrien und den Angeklagten beleidigt, weil dieser ihr den Freierlohn nicht zahlen konnte. Er habe sie aber nicht, so Windgätter, um das Geld betrügen, sondern sie auf einige Tage Zahlungsaufschub vertrösten wollen.

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Der Freier sei kein Unbekannter auf der Heessener Straße gewesen, habe sogar in der Nachbarschaft gewohnt, auch zuhause Besuch von seinem späteren Opfer bekommen. Die von der Staatsanwaltschaft beantragte lebenslange Strafe wegen Mordes zur Verdeckung eines Betrugs sei daher nicht angemessen. Auch eine Verurteilung wegen heimtückischen Mordes komme nicht in Betracht.

Der Angeklagte vor Gericht.

Der Angeklagte habe zwar die Frau von hinten gewürgt, aber es sei nicht erwiesen, dass er gezielt und heimtückisch auf einen Moment gewartet habe, in der er sein argloses Opfer habe umbringen können. Die Tat sei aus dem Streit mit der nachvollziehbar wütenden Frau entstanden. Zudem sei er mit rund 2,5 Promille Blutalkohol deutlich angetrunken gewesen. Diese Gemengelage habe zur der Tat geführt, für die ihm verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt werden müsse.

Verteidigerin Serpil Kartal hatte den gewaltsamen Tod der 35-jährigen Bulgarin als Körperverletzung mit Todesfolge gewertet und eine maximal vierjährige Haftstrafe gefordert. Ihr Mandant habe sein schreiendes Opfer lediglich zum Schweigen bringen wollen, aber niemals Tötungsabsichten gehabt.

"Könnte noch nicht einmal eine Ameise töten"

Auch der Angeklagte erklärte gegen Ende der Beweisaufnahme noch einmal ausdrücklich: „Ich habe nie die Absicht gehabt, jemanden zu töten. Ich könnte noch nicht einmal eine Ameise töten. Ich schäme mich sehr dafür, war damals nicht normal.“

Alle Seiten haben sich offen gehalten, ob sie gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen werden.

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Kommentare

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Kommentare

Chemo65Antwort
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Leider heißt lebenslang in Deutschland ja 15 Jahre also nicht lebenslang sondern in meinen Augen eine 15 jährige Haftstrafe

Wenn jemand einen anderen tötet egal in welcher Absicht oder „ausversehen“ oder warum auch immer hat in der „Gesellschaft“ nichts mehr zu suchen der hat LEBENSLANG zu bekommen und das heißt das der erst in einer Kiste das Gefängnis verlässt.

Auch diese „ich war besoffen 🤷‍♂️„ scheisse hat nicht zu interessieren wenn du keine Kontrolle über dich hast dann sauf halt nicht ....

Tot ist tot wie auch immer es passiert ist gibt es nur eine Strafe und fertig

ExboenenerAntwort
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1.: Die U-Haft wird i.d.R. angerechnet, siehe §51 StGB, Absatz 1, https://dejure.org/gesetze/...

2. Richtig, dies regelt der §57 StGB, https://dejure.org/gesetze/...

3. Die Rechtsprechung kennt nur Mord. Mord wird immer gleich und zwar mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft, siehe §211 StGB https://dejure.org/gesetze/...
"Mord im Affekt" gibt es nicht. Es ist egal, ob die Tat geplant war oder spontan erfolgt ist. Näheres dazu z.b. auf https://rechtstipp24.de/201...

AutofahrerAntwort
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Also entspricht dieses Urteil auch Ihrem Gerechtigkeitsempfinden, da es ja im Namen des Volkes gesprochen wird, zu dem Sie ja höchstwahrscheinlich zählen.

Gott sei Dank gibt es aber das Rechtsmittel der Revision, bei dem andere, die ebenso viel gelernt haben, wie die urteilende Kammer, oder möglicherweise sogar noch mehr, noch einmal nachschauen, ob hier wirklich Recht im Sinne des Gesetzes gesprochen worden ist.