Nach Kritik an Hammer Corona-Team

Prominenter CDU-Politiker mit Schulnote 7 abgewatscht

Oskar Burkert stellte dem städtischen Corona-Mitarbeiterteam ein miserables Zeugnis aus.
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Oskar Burkert stellte dem städtischen Corona-Mitarbeiterteam ein miserables Zeugnis aus.

Wer austeilt, muss auch einstecken können. Das dürfte auch Oskar Burkert, immerhin früher mal CDU-Landtagsabgeordneter und aktuell Ratsherr und Bürgermeister in Hamm, wissen.

Hamm – „Mit Noten bezeichnet, ist das eine glatte Sechs“, hatte der altgediente Christdemokrat am Montag im Sozialausschuss dem städtischen Corona-Mitarbeiterteam ein miserables Zeugnis ausgestellt. Postwendend kassierte er dafür (um im Bild zu bleiben) so etwas wie eine Sieben oder Acht. „Herr Burkert, was Sie sich hier soeben geleistet haben, ist eine dreiste Unverschämtheit“, echauffierte sich Ausschussvorsitzender Karsten Weymann (Grüne). „Völlig daneben“ sei die Burkertsche Pauschalkritik an der städtischen Corona-Belegschaft. Schließlich arbeiteten dort viele Beschäftigte sieben Tage die Woche – und das bereits über einen sehr langen Zeitraum. Als Ausschussvorsitzender könne er „das nicht so stehen lassen“.

Geschehen war das Ganze – wie gesagt – am Montag, nachdem die Verwaltung in Person von Fachbereichsleiter Theo Hesse die Corona-Lage in Hamm dargestellt hatte. „Die Herbstwelle wird kommen“, prophezeite Hesse. Das Virus sei aber „nicht mehr so gesundheitsgefährdend“. Drei Infizierte gebe es aktuell im Umfeld der Seniorenheime und ambulanter Pflegedienste. Die Betroffenen seien allesamt geimpft und hätten nur leichte Schnupfensymptome.

Zugespitzt habe sich die Lage aber an den Schulen. 40 der gut 50 Hammer Einrichtungen seien nunmehr von Corona betroffen. Die Kontaktnachverfolgung sei nun aber „nicht mehr das Maß aller Dinge“, so Hesse weiter. Während „damals“ – tatsächlich noch bis vor den Sommerferien – ein „Riesenaufwand“ betrieben worden sei, um Infektionsketten aufzubrechen, seien nun andere Prioritäten gesetzt. „Wir tun alles dafür, dass der Betrieb von Schulen und Kitas aufrecht erhalten werden kann“, so Hesse. „Die Schüler haben schließlich in den letzten zwei Jahren genug verpasst.“

Keine guten Erfahrung mit Corona-Hotline gemacht

Lob gab’s vom Sozialausschuss dann für die schnelle Reaktion der Verwaltung auf die Probleme der Schulleitungen zum Schuljahresbeginn bei positiven Lolli- oder Schnelltests unter Schülern. Nachdem der WA diese Probleme aufgezeigt hatte, war die Verwaltung tatsächlich tätig geworden und hatte ihre Arbeit umgestellt. In das Lob des Ausschusses wollte nur Oskar Burkert nicht einstimmen. Er rezitierte die (inzwischen überholte) WA-Berichterstattung und berichtete von einem Fall, in dem Eltern von Kita-Kindern Probleme mit den Anweisungen des Gesundheitsamts gehabt hätten. Er selbst habe sich an die Corona-Hotline gewandt und keine guten Erfahrungen gemacht. „Das kann es doch nicht sein“, sagte Burkert.

Eine Debatte kam deshalb nicht auf. Fürsprecher hatte Burkert keine. Aus Sicht von Andreas Feike (SPD) mache die Verwaltung einen „top Job“. „Fehler passieren“, so Feike.

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