Programm der Volkshochschule: Scheinwerfer im Kleist-Forum gehen langsam wieder an

Ein bisschen Normalität: Im Gerd-Bucerius-Saal des Heinrich-von-Kleist-Forums starten wieder die ersten Programmpunkte der VHS.
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Ein bisschen Normalität: Im Gerd-Bucerius-Saal des Heinrich-von-Kleist-Forums starten wieder die ersten Programmpunkte der VHS.

Reduziert, aber immerhin: Es gibt Kulturveranstaltungen, zu denen die Volkshochschule im kommenden Halbjahr einlädt – immer in der Hoffnung, dass die Corona-Krise die Durchführung zulässt. Sie alle finden im Gerd-Bucerius-Saal des Heinrich-von-Kleist-Forums statt.

Hamm – Zweimal steht Musik auf dem Programm: Dass die „More Maids“ zurecht als „First Ladies of Irish Folk“ gelten, wollen sie mit ihrem Konzert beweisen, das am Freitag, 18.September, um 19.30 Uhr beginnt. Das Markenzeichen der Band ist der mehrstimmige Gesang. Die Songs sind teils traditionell irisch, teils haben sie Acoustic-Pop-Einflüsse, sind aber durchweg in der irischen Tradition des „Storytelling“ verwurzelt.

Die samtige Altstimme von Barbara Coerdt (auch Bouzouki) und der weiche, typisch keltische Sopran Sandra Steinorts (auch Klavier, Akkordeon und Querflöte) werden begleitet von zumeist typisch irischen Instrumenten: Barbara Hintermeier gilt als eine der besten Geigerinnen, die die deutsche Folkszene zu bieten hat, außerdem spielt sie den Irischen Dudelsack und die Uilleann Pipes. Marion Fluck setzt Glanzpunkte auf diversen Flöten und Whistles.

Philippe Huguets Brel-Trilogie

„Guten Abend, Monsieur Brel!“ lautet der Titel der Hommage an den französischen Chansonnier, die Philippe Huguet am Freitag, 6.November, um 18.15 Uhr gestaltet. Nach „Brel!“ (mit Klavier) und „Heute Abend warte ich auf Madeleine“ (mit Akkordeon) vollendet Philippe Huguet mit diesem Programm seine „Brel-Trilogie“. Weltberühmten Chansons wie „Amsterdam“ oder „La valse à mille temps“ (der Walzer der tausend Takte) sind mit von der Partie, aber auch andere, weniger bekannte, trotzdem ergreifende und rührende Lieder.

Philippe Huguet geht zum Ursprung der Lieder zurück, greift dabei selber zur Gitarre und wagt es, sie dem Publikum ungeschminkt, ohne raffinierte Arrangements zu präsentieren. Es ist eine intime und persönliche Begegnung mit der Welt der Chansons des großen Belgiers.

VHS lädt zu drei Lesungen ein

Den Anfang macht Norbert Scheuer am Montag, 14.September, mit „Winterbienen“. Januar 1944: Während über der Eifel britische und amerikanische Bomber kreisen, gerät der wegen seiner Epilepsie nicht wehrtaugliche Egidius Arimond in höchste Gefahr.

Er bringt nicht nur als Fluchthelfer jüdische Flüchtlinge in präparierten Bienenstöcken über die Grenze, er verstrickt sich auch in Frauengeschichten. Mit großer Intensität erzählt Norbert Scheuer in „Winterbienen“ einfühlsam, präzise und spannend von einer Welt, die geprägt ist von Zerstörung und dem Wunsch nach einer friedlichen Zukunft.

Kindheitsmuster und abenteuerliche Begegnungen

„Von den Wundern auf Reisen“ heißt es am Donnerstag, 29.Oktober, um 19 Uhr. Der preisgekrönte Buchautor Hermann Schulz liest Szenen aus seinen Werken, darin geht es um Kindheitsmuster, abenteuerliche Begegnungen in südlichen Gefilden, aber auch im Ruhrgebiet.

Es sind Geschichten, die immer mit den Nächsten, mit Sehnsucht, Liebe, Kultur und ungewöhnlichen Schicksalen zu tun haben. Der frühere Verleger des Peter-Hammer-Verlages wird von diesem abenteuerlichen Lebensabschnitt und von faszinierenden Begegnungen mit Autoren in Lateinamerika und Afrika berichten, unter anderem von der Zusammenarbeit mit dem im März 2020 gestorbenen Ernesto Cardenal.

Erstmals liest Schulz aus seinem neuen Buch „Das Mädchen, das mit den Krokodilen spielte“, das erst 2021 erscheinen wird. Musikalisch wird er von Joseph Mahame begleitet, der – passend zu den vorgetragenen Texten – die Vielfalt der Perkussion Ugandas präsentiert und selbst ostafrikanische Märchen aus seinem eigenen Repertoire erzählt. Kooperationspartner dieses Abends sind das Multikulturelle Forum, die Flüchtlingshilfe und das Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung.

In die Zukunft schauen

Ernst Ulrich von Weizsäcker spricht am Montag, 30.November, um 19.30 Uhr über den neuen Bericht „Wir sind dran“ des Club of Rome. Thematisiert wird die Frage, was die Menschen ändern müssen, wenn sie bleiben wollen.

Der Bericht knüpft an das viel beachtete Thema „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972 an, in dem der Club of Rome den ultimativen Kollaps des Weltsystems in den nächsten 50 Jahren prognostizierte. Der neue Bericht formuliert die Agenda für alle gesellschaftlich relevanten und möglichen Schritte der nächsten Jahre: faktenorientiert und debattenstark.

Auf dem Willy-Brandt-Platz deutete sich im vergangenen Jahr mehr Belebung an als in den Vorjahren. In der öffentlichen Diskussion um die Themen Sicherheit, Willkommenskultur und Aufenthaltsqualität rund um den Bahnhof  war wiederholt eine Belebung der ansonsten kahlen Fläche durch Veranstaltungen angeregt worden. Bei den vorliegenden Anfragen gehe es unter anderem um Sparten wie Theater.

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