Geheimrezepte gegen den Winterblues

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Hamm - Es soll wieder schneien und grau bleibt es auch. Das trübe Wetter kann auf die Stimmung drücken – der bekannte Winterblues. An der LWL-Universitätsklinik Hamm startet jetzt eine Lichttherapie-Studie mit Jugendlichen, die an depressiven Störungen leiden. 

Hamm - Dezember und Januar waren die an Sonnenlicht ärmsten Monate seit Jahrzehnten, sagt der Deutsche Wetterdienst. Das trübe Wetter kann auf die Stimmung drücken – der bekannte Winterblues. An der LWL-Universitätsklinik Hamm startet jetzt eine Lichttherapie-Studie mit Jugendlichen, die an depressiven Störungen leiden. 

Wieso ist unsere Stimmung lichtabhängig? 

Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann: Das Licht wirkt auf Hormone und Botenstoffe im Gehirn, zum Beispiel Melatonin. Es ist ein lichtabhängiges Hormon, das dem Körper beispielsweise signalisiert „jetzt musst du schlafen“. Licht beeinflusst den Melatoninstoffwechsel. Die Lichtverhältnisse beeinflussen also die Stoffwechsel im Körper, die wiederum unsere Stimmung beeinflussen. Wird es morgens erst spät hell, kann unser Rhythmus durcheinander kommen. Vielen macht das gar nichts aus. Es gibt aber Menschen, die sensibel dadrauf reagieren.

Gibt es denn eine „echte“ Winterdepression?

Holtmann: Ja, die gibt es. Die Winterdepression ist eine anerkannte Unterform der Depression, mit denselben klassischen Symptomen: Kein Antrieb, man kommt morgens nicht aus dem Bett, eine gedrückte Stimmung. Die Symptome sind allerdings jahreszeitenabhängig. Wir sprechen auch von „saisonalen depressiven Phasen“. 

Was können wir tun, damit uns die dunkle Jahreszeit nicht die Stimmung vermiest? 

Holtmann: Es gibt scheinbar banale Tipps, die aber wirklich ganz gut helfen. Man sollte zusehen, dass man morgens vor die Tür kommt. Selbst das Dunkle draußen ist für den Körper relativ hell. Am besten helfen direkt morgens Bewegung und Licht. Das Morgenlicht ist für unseren Körper aktivierender als anderes Licht. Man sollte auch sonst gucken, dass man gut für sich sorgt. Beispielsweise Dinge machen, die einem gut tun. 

Was untersuchen Sie bei Ihrer Studie? 

Holtmann: Bei der Winterdepression wissen wir, dass eine Lichttherapie hilft. Betroffene setzen sich dann jeden Morgen eine halbe Stunde vor eine spezielle Lampe oder setzen sich eine Lichttherapiebrille auf. Irgendwann wurde dann gemerkt, dass die Lichttherapie nicht nur bei Winterdepressionen hilft, sondern auch bei anderen Depressionen. Bei Erwachsenen wurde das schon erfolgreich untersucht, wir wollen das in unserer Studie bei Jugendlichen testen.

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