Appell an Stadt Hamm

Corona-Krise: SPD will Fonds für Vereine und Künstler in Not

Auch in Hamm brechen vielen Künstlern und Vereinen durch die Corona-Krise lebenswichtige Einnahmen weg.
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Auch in Hamm brechen vielen Künstlern und Vereinen durch die Corona-Krise lebenswichtige Einnahmen weg.

Die Hammer SPD schlägt die Einrichtung eines städtischen Fonds für Künstler und Vereine vor. Er all jenen zugute kommen, denen coronabedingt Einnahmen wegbrechen, die aber aus formalen Gründen keine Bundes- und Landeshilfen in Anspruch nehmen können.

Hamm – Das Geld für diesen Fonds solle aus den Veranstaltungs-Etats der Stadt und ihrer Töchter kommen, sagte der Hammer SPD-Vorsitzende Marc Herter. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) sprach von einer „im Grundsatz guten Idee“, dämpfte aber die Hoffnung auf nennenswerte Mittel.

Die Sozialdemokraten wollen bei der Stadt einen Bürgerfonds namens „Echte Hammer helfen“ schaffen, der unverschuldet in Not geratenen Personen und Vereinen zugute kommen soll. Durch die Absage aller Veranstaltungen seien im Kultur- und Kreativbereich derzeit viele Existenzen bedroht, sagte die Kulturausschussvorsitzende Monika Simshäuser. Viele fielen durchs Raster der Hilfsmaßnahmen. Ähnlich sehe es in der Vereinswelt aus, so der Ratsfraktionsvorsitzende Justus Moor. Viele Vereine erwirtschafteten durchs Veranstaltungsgeschäft ihren Jahresetat und stünden nun vor ernsthaften Problemen. Die Hilfsprogramme von Bund und Land könnten sie meist nicht in Anspruch nehmen, beispielsweise weil sie in der Regel nicht als GmbH organisiert seien.

OB ist skeptisch, will Idee prüfen lassen

In solchen Fällen solle ein Fonds für Abhilfe sorgen, sagte Herter. Voraussetzung für die Auszahlung von Hilfsgeldern müssten die nachgewiesene Bedürftigkeit und der Ausfall anderer Hilfsquellen sein. Man werde jetzt ausloten, ob die Idee im politischen Raum Zustimmung findet; falls ja, könne der Fonds bereits Anfang Mai aufgestellt werden. Letztlich könne hier sogar der Grundstock für einen dauerhaften Bürgerfonds entstehen.

Das Geld dafür soll Herter zufolge aus den Veranstaltungs- und Sponsoring-Etats der Stadt und ihrer Töchter stammen. Durch den Ausfall von Großveranstaltungen fielen Ausgaben weg, er gehe von einer fünfstelligen Summe aus, die so zusammenkommen könnte. Städtische Töchter, die durch die Corona-Krise bereits belastet seien, sollten ausgenommen werden, sagte Moor. Beispielsweise die Stadtwerke, die mit rückläufigen Einnahmen im Busverkehr zu kämpfen haben. Herter, selbst Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, verwies auf HGB, MVA, Sparkasse, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung, die zum Fonds beitragen könnten.

Hunsteger-Petermann will die Idee nun prüfen lassen. Im städtischen Kulturbereich sehe er allerdings derzeit keine frei werdenden Mittel, Hoffnung auf nennenswerte Summen wolle er nicht machen.

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