Noch mehr Wohnen geplant

Klagen über Corona: „B-tween“ kommt nicht von der Stelle

Schöner Schein: Das „B-tween“ in Hamm in ursprünglicher Planung. Der Anblick wird sich ändern.
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Schöner Schein: Das „B-tween“ in ursprünglicher Planung. Der Anblick wird sich ändern.

Direkt neben dem Allee-Center in Hamm soll das „B-tween“ das neue Glanzstück der Hammer Innenstadt werden. Nach wie vor ist davon aber nichts zu sehen. Und wenn es das Projekt doch mal kommt, dann wird es wohl anders aussehen als einst geplant.

Hamm - Anna Funke, Projektentwicklerin für das „B-tween“ in der Hammer Innenstadt, spricht von einem „verlorenen Jahr“. Eigentlich hatte ihr Unternehmen Fokus Development noch vor Weihnachten den weiteren Fahrplan für die Umgestaltung der Ritterpassage bekanntgeben wollen - doch daraus wird nichts. Corona habe wie schon mit dem ersten Lockdown erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht und lasse verbindliche Informationen für die Öffentlichkeit aktuell nicht zu, sagte Funke.

Fest steht allerdings, dass der Faktor Wohnen in dem einstmals mit 12.000 Quadratmetern angegebenen Komplex eine immer größere Rolle spielt. Laut Funke soll Wohnraum im neuen Westflügel jetzt schon ab dem ersten Obergeschoss entstehen. Im September – dem Monat, der ursprünglich für die Eröffnung gesetzt war – hatte Funke erstmals erklärt, Fokus werde vom ursprünglichen Konzept der Büronutzung in den drei oberen Geschossen abweichen. Sie hatte aber noch offen gelassen, wo Büro aufhört und Wohnen beginnt.

„Die Fassadengestaltung wird sich verändern müssen“

Diese neue Ausrichtung wird auch baulich Konsequenzen haben: „Die Fassadengestaltung wird sich verändern müssen“, sagte Funke gegenüber dem WA. Die ursprüngliche Planung hatte eine auffällige Rautenkonstruktion vorgesehen. Diese war nach der Präsentation bei der Expo Real-Messe 2018 nicht von allen positiv aufgenommen worden.

Die Entwicklung des Marktes unter Corona sei das Schimmste gewesen, was eintreten konnte, sagte Funke. Es sei eine deutliche Zurückhaltung bei potenziellen Mietern aus dem Handel zu spüren. Expansion sei für viele nicht das Thema der Stunde, die Branchen seien „sehr vorsichtig“.

Ein langjähriger Mieter ist anderswo hin gezogen

Nach wie vor bleibe das Erdgeschoss Handel und Gastronomie vorbehalten. Zwölf Mieter aus dem Einzelhandel und fünf gastronomische Betriebe sollten nach letztem Stand dort angesiedelt werden, auf rund 1000 Quadratmeter kam der größte Flächenzuschnitt. Zu den kommenden Mietern wurden weiter keine Angaben gemacht.

Fest steht allerdings, dass die Barmer Ersatzkasse in diesem Monat auf eigenen Wunsch ihren Sitz von der Ritterpassage in die City-Galerie am Westring 2 verlegt hat und Fokus damit ein langjähriger Mieter abhanden gekommen ist. Inzwischen bietet Fokus auch mit Plakaten in den Schaufenstern Flächen zur Vermietung an.

Abriss des alten Westflügels verschiebt sich weiter

Offenbar verschiebt sich der ohnehin mehrfach nach hinten verlegte Abriss des alten Westflügels noch einmal. Wann Bestandsmieter dafür ihre Ladenlokale räumen müssen, ließ Funke zum jetzigen Zeitpunkt offen. Das sei Teil der Gesamtentwicklung. Ausführlich stehe man dazu in Verbindung mit der Stadt Hamm.

Diese hatte in Person des ehemaligen Oberbürgermeisters Fokus Anfang des Jahres sogar einmal ein Ultimatum zum Baufortschritt gesetzt. Eine Woche vor dem ersten Lockdown im März rückten dann tatsächlich Bagger an und rissen zwei Schrottimmobilien ab. Doch dabei ist es bisher geblieben.

Inzwischen verfolgt die Stadt verstärkt ihre eigenen Interessen und hat die erforderlichen Beschlüsse für den Umbau des Westentors gefasst. Gut möglich ist, dass die weitere Innenstadtentwicklung das ehemals priorisierte „B-tween“ überholt. Zuletzt hatte Fokus noch an einer Eröffnung 2022 festgehalten. Aber auch das scheint inzwischen wohl sehr sportlich.

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