Problem kaum in den Griff zu kriegen

Eichenprozessionsspinner: Nester von Eigentümern zu entfernen

Staatliche Eichen stehen am Alten Uentroper Weg.
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Staatliche Eichen stehen am Alten Uentroper Weg: Vom Buswendeplatz bis nahe Einmündung Maximilianschule (Hintergrund) zeigen mehrere Bäume einen Befall durch den Eichenprozessionsspinner.

In diesen Tagen wäre es in Hamm einfacher, die Anwohner und Spaziergänger würden nur noch Eichen melden, die frei von Eichenprozessionsspinnern sind.

Hamm - Zahlreiche Bäume im Stadtgebiet sind sind von Eichenprozessionsspinnern (EPS) befallen, Allergien auslösende Gifthaare der Raupen werden noch eine Weile in der Luft sein. Eine Dauerlösung des Problems ist nicht in Sicht. Wie sich die zu Dutzenden im Stadtbezirk aufgehängten Meisenkästen und der Appetit der Vögel auf die Raupen auswirkt, muss noch abgewartet werden.

Vor allem Fußgänger und Hundehalter melden sich und fordern, dass die Nester entfernt oder zumindest abgesperrt werden. Das ist angesichts des verbreiteten Befalls nur stellenweise möglich. (Die Hotline der Stadt Hamm ist unter Telefon 02381/17-72 72 zu erreichen.)

Kurzum, es sind einfach zu viele Raupennester, wie etwa am Alten Uentroper Weg deutlich geworden ist. Der Abschnitt nahe der Einmündung Maximilianschule bis zum Buswendeplatz ist ein Beispiel für einen starken Befall. „Das dicke Nest schaut aus, als ob es jeden Moment platzt, so voll ist es“, sagt Uwe Richert, der schon vor Tagen per Mängelmelder der Stadt Nester gemeldet hat, die über dem Rad- und Fußweg hängen. Eine allgemeine Antwort der Verwaltung hält es angesichts der „Folgen für die Gesundheit von Fußgängern und Radfahrer“ sowie von Anwohnern für nicht ausreichend. Die Situation bedeutet für ihn vielmehr, dass „Gefahr im Verzug“ ist. Auch macht er sich Gedanken über Autofahrer, die sich per Gebläse (ohne Filter) Raupenhaare ins Auto holen.

Eigentümer müssen Nester auf privatem Grund entfernen, wenn diese in unmittelbarer Nähe von Spiel- und Bolzplätzen, Schulen, Kitas oder ungeschützten Bushaltestellen stehen.

Lukas Huster, Stadtsprecher

Eichenprozessionsspinner in Hamm: öffentliche Flächen

Die Stadtverwaltung bestätigt mehrere Meldungen zu Eichenprozessionsspinnern am Alten Uentroper Weg. „Teils auf privaten, teils auf öffentlichen/städtischen Grundstücken“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. Die Unterscheidung ist von Bedeutung, wenn es um die Entfernung der Raupen samt Nester geht.

„Die Kollegen und beauftragten Firmen kümmern sich um die Absaugung auf den öffentlichen Flächen und sprechen die Eigentümer an, auch ,private‘ Nester entfernen zu lassen“, sagt er. Die können aber nicht überall gleichzeitig sein und müssen angesichts der schier riesigen Zahl an befallenen Bäumen nach wie vor Prioritäten setzen. „Nur an priorisierten Flächen wie Schulen, Kitas, Spielplätzen kann kurzfristig abgesaugt werden“, sagt er. Weitere Fundstellen könnten nur in die „normale“ Bearbeitung eingereiht werden. Kurzfristig ist oft nichts zu machen. „Die Zielmarke für normale Funde auf öffentlichen Flächen beträgt wie kommuniziert maximal eine Woche“, sagt er.

Eichenprozessionsspinner in Hamm: Private Flächen

Auf privatem Grund sind die Eigentümer verpflichtet, die Eichen von den Raupen befreien zu lassen, „wenn diese in unmittelbarer Nähe von Spiel- und Bolzplätzen, Schulen, Kitas oder ungeschützten Bushaltestellen stehen“, sagt der Stadtsprecher, „also dort, wo sich Kinder aufhalten oder Menschen gegebenenfalls länger stehen. Ansonsten beraten wir Eigentümer nur im Rahmen der Hotline-Meldung zu den Gefahren und Absaug-Möglichkeiten.“

Im Fall der Eichen am Alten Uentroper Weg stehen eine Reihe staatlicher Bäume augenscheinlich auf privatem Grund. Bis vor Kurzem waren da noch eine ganze Reihe von Raupennestern zu sehen. Ob sie nach den oben genannten Kriterien entfernt werden müssten, ist nicht allgemein zu beantworten. Vor allem in der Nähe zum Buswendeplatz könnte es so sein. Für Fußgänger und Radfahrer bleibt der Abschnitt unangenehm. Verpflichtet hat die Stadtverwaltung hier keinen Grundstückseigentümer.

Eichenprozessionsspinner in Hamm: Verpflichtung

Grundlage einer Verpflichtung von Grundstückseigentümern beziehungsweise für mögliche Anordnungen ist das Ordnungsrecht. Es geht um die „Abwehr einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit“. Soweit musste die Stadtverwaltung bislang nicht gehen. „In der Praxis war eine formale Anordnung bisher nicht notwendig“, sagt der Stadtsprecher. „Wenn die entsprechende Bitte beziehungsweise Aufforderung im Gespräch zwischen Ordnungsamt und Eigentümer ausgesprochen worden ist, sind die Eigentümer dem bisher auch nachgekommen.“ Auch solche Aufforderungen seien bisher nur in Einzelfällen notwendig gewesen.

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