Keine Elefanten und Raubtiere in der Manege

Vor Premiere von Charles Knie: Wie glücklich sind Zirkustiere?

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Mit Fotos wie diesen will der Zirkus Charles Knie das Argument entkräften, dass Zirkustiere leiden.

Hamm - In vorauseilendem Gehorsam wandte sich der Zirkus Charles Knie am Mittwoch in einer Stellungnahme an den WA und wies darin die Vorwürfe von Peta zurück – die schlicht noch fehlten. Vor dem Gastspiel in Hamm geht die Fehde in die nächste Runde, Protestaktion inklusive.

„Es ist so, dass Medien und Verwaltung in jeder Stadt mit E-Mails zugeschossen werden“, erklärt Patrick Adolph, Pressesprecher des Zirkus Charles Knie. Seit ein paar Jahren schon laufe das so. Peta würde Standardmails verschicken und sie lediglich im Hinblick auf die jeweils mitreisenden Tiere anpassen, so Adolph. 

Pferde, Kamele, Seelöwen, Kängurus und verschiedene Rinderarten sind bei der aktuellen Tournee dabei, insgesamt 100 Tiere umfasst das Aufgebot. Elefanten und Raubtiere sind nicht in der Manege zu sehen, das sei „konzeptionellen“ Gründen geschuldet. „Wir probieren, ob ein Programm auch ohne diese Tiere funktioniert. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sie in den nächsten Jahren wieder dabei sind“, sagt Adolph. 

Zirkus hinterfragt Verwendung der Spendengelder

Mit der voreiligen Stellungnahme will der Pressesprecher verhindern, dass die Organisation Peta den Zirkus „als böse Tierquäler darstellt, obwohl wir alle Auflagen einhalten und sogar übererfüllen.“ Dazu werden Fragen aufgeworfen wie „Welche Belege haben Sie dafür, dass Tiere im Zirkus grundsätzlich unglücklich sind?“ Gleichzeitig attackiert der Zirkus Peta mit Anschuldigungen, die auf die Verwendung der Spendengelder abzielen. 

Peter Höffken von Peta kündigte auf Anfrage dieser Zeitung an, sich die vom Zirkus Charles Knie aufgeworfenen Fragen anzusehen und sie zu beantworten, sollten sie einen sachlichen Bezug haben. „Die Wildtierhaltung ist weiterhin im Fokus des Zirkus’ Charles Knie – das kritisieren wir“, sagt Sprecher Höffken gegenüber dem WA. 

"Hamm ist schwieriges Pflaster für Tierschutz"

Den Verzicht auf Raubtiere sehen die Tierschützer als „Eingeständnis und Schritt in die richtige Richtung“ an. Konzeptionelle Gründe hält Peta für unwahrscheinlich: „Dass gerade die Nummern mit Raubtieren nicht mehr dabei sind, ist sehr auffällig. Ich sehe einen gewissen Zusammenhang mit unseren Protesten.“ 

Im Vorfeld der Premiere wendet sich die Organisation an Vertreter der Stadt und die Medien. „Speziell hier ist es mir wichtig, an die Stadtvertreter heranzutreten, denn Hamm ist ein schwieriges Pflaster für den Tierschutz“, sagt Höffken und verweist auf die weltgrößte Reptilienmesse „Terraristika“. 

Protestaktion am Sonntag

Die Stellungnahme soll am Donnerstag verschickt werden. Am Sonntag wird es eine Protestaktion der Jugendkampagne aus Münster vor dem Zirkuszelt an den Zentralhallen geben. 

„Wildtiere im Zirkus sind ein Auslaufmodell. Wir strecken dem Zirkus Charles Knie die Hand hin und erkennen den positiven Schritt an. Wir hoffen, dass der Zirkus die Hand annimmt“, so Höffken.

Der Zirkus startet am Samstag, 28. Mai, um 16 Uhr. Weitere Termine unter www.zirkus-charles-knie.de.

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