„Erhebliche Kostensteigerungen“ in Hamm

Stadtwerke erhöhen Preise für Strom, Gas und Trinkwasser

Strompreise steigen 2011 auf breiter Front
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In Hamm steigen die Energiepreise auf breiter Front. (Symbolbild)

Die Stadtwerke Hamm werden die Preise für Strom, Erdgas und Trinkwasser erhöhen. Begründet wird das mit „erheblichen Kostensteigerungen“.

Hamm - Wegen „erheblicher Kostensteigerungen“ werden die Stadtwerke die Energiepreise für die Hammer Nutzer zum 1. April 2021 in mehreren Bereichen anheben. Das Unternehmen betont, auch danach noch ein besonders günstiger Energieanbieter in der Region zu sein.

Die Preismaßnahmen wurden vom Aufsichtsrat der Stadtwerke Hamm GmbH in seiner Sitzung am 19. Januar genehmigt. Im Lauf des Februars werden die Stadtwerke alle Kunden persönlich anschreiben und sie über die Preisänderungen und die individuellen Auswirkungen informieren.

Stadtwerke Hamm erhöhen Preise - das sind die Gründe:

  • „Seit 1. Januar 2021 gelten in Deutschland für Strom zum Teil höhere Umlagen, gestiegene Netznutzungsentgelte und Kostensteigerungen in weiteren Bereichen.
  • Auf der Grundlage der Zertifikatspreise für CO2-Emissionen, die die Bundesregierung mit ihrem Klimapaket aus Dezember 2019 festgelegt hat, steigen ab 1. Januar 2021 u.a. auch die Kosten für Erdgas.
  • Versorgungssicherheit und Wasserqualität erfordern seit einigen Jahren erhöhte Aufwendungen, die u.a. auch auf die teilweise extreme Trockenheit der letzten Jahre zurückzuführen sind. Die Stadtwerke werden den fixen Anteil der Tarifpreise, den Jahresgrundpreis für Zähler erhöhen.“

Stadtwerke Hamm erhöhen Preise - Aspekt Strom:

Zum 1. April 2021 werden die Stadtwerke die Strompreise erhöhen, und zwar bei den Arbeitspreisen (Preise für die Kilowattstunde) und den Grundpreisen.

Beispiel: Für Kunden in der Grund- und Ersatzversorgung mit einem Jahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden betrage die monatliche Mehrbelastung 4,30 Euro (brutto) gleich 5,6 Prozent, rechnet der Anbieter vor. Die monatliche Mehrbelastung für grundversorgte Kunden lasse sich jederzeit einfach reduzieren durch den Wechsel in ein günstigeres „Fashion“-Produkt der Stadtwerke, heißt es. Dort betrage die monatliche Mehrbelastung dann 2,52 Euro (brutto) gleich 3,3 Prozent.

„Im letzten Jahr hatten Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Stadtwerke unter Berücksichtigung der Belastungen für die Bevölkerung aufgrund der Pandemie-Situation die Entscheidung getroffen, die Strompreiserhöhung noch nicht zum 1. Januar 2021 umzusetzen“, so Stadtwerke Geschäftsführer Jörg Hegemann. Dies sei allerdings nur solange möglich und vertretbar gewesen, wie es für die Stadtwerke finanziell tragbar gewesen sei. Hegemann: „Viele andere Versorger haben ihre Preisanpassungen bereits zum 1. Januar vollzogen. Es ist jetzt der Punkt erreicht, der uns keinen Spielraum mehr für weitere Kostenübernahmen bietet.“

Stadtwerke Hamm erhöhen Preise - Aspekt Erdgas:

Wegen der CO2-Bepreisung erhöhen die Stadtwerke die Preise für Erdgas zum 1. April 2021. Betroffen sind die Arbeitspreise (Preise für die Kilowattstunde); die Grundpreise bleiben unverändert.

Beispiel: Für Kunden mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh betrage die monatliche Mehrbelastung 11,50 Euro (brutto) gleich 10,9 Prozent, heißt es. Auch bei Erdgas könne die monatliche Mehrbelastung für grundversorgte Kunden einfach reduziert werden durch einen Wechsel auf günstigere „Fashion“-Produkte. Die Mehrbelastung reduziere sich dann auf 7,33 Euro (brutto) gleich 6,9 Prozent.

„Uns ist bewusst, dass die Pandemie mit Homeoffice und Homeschooling Auswirkungen auf den Energieverbrauch hat“, so die Geschäftsführer. Daher gebe man die gesetzliche Erhöhung - obwohl sie den Bezug von Erdgas schon ab 1. Januar 2021 belasten - erst nach Ende der Heizperiode zum 1. April weiter. Die CO2-Kosten für die ersten drei Monate übernehmen die Stadtwerke; es handele sich dabei um eine Summe von rund 1,5 Millionen Euro.

Stadtwerke Hamm erhöhen Preise - Aspekt Trinkwasser:

Nach fast vier Jahren erhöhen die Stadtwerke Hamm zum 1. April den Jahresgrundpreis für Trinkwasser-Zähler. Für alle Zähler der Größen bis Qn 10 ergebe sich dann ein Preis von brutto 196,62 Euro (Vorher 175,65 Euro brutto). Die Grundpreise für abweichende Zähler sollen entsprechend ihrer Größe angepasst werden. Der Mengenpreis pro Kubikmeter sei nicht betroffen und bleibe stabil.

Beispiel: Bei einem durchschnittlichen Trinkwasserverbrauch von 150 m³/Jahr (Einfamilienhaus) ergebe sich durch die Anhebung eine monatliche Mehrbelastung von 1,75 Euro (brutto) gleich das sind 4,8 Prozent, heißt es.

„Die Erhöhung des Grundpreises ist für die Stadtwerke eine notwendige Maßnahme, da der aktuelle Preis nicht mehr die inzwischen vorhandenen Kosten deckt“, erklärt Geschäftsführer Bartsch. Das sei durch eine gutachterliche Prüfung bestätigt worden. Kostensteigerungen für Lohn, Material und Energie bei der Trinkwasserversorgung hätten trotz intensiver kostensenkender Maßnahmen in den vergangenen Jahren nicht mehr aufgefangen werden können. - WA

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