Preisanstieg um 50 Prozent binnen zehn Jahren: Baugrund wird immer teurer

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Baugrund wird in Hamm immer teurer - Bestandsimmobilien allerdings auch.

Das eigene Haus oder die eigene Wohnung ist in Hamm deutlich günstiger als in vielen anderen Großstädten in Deutschland. Doch die Preise steigen stark an.

Hamm - Wer ein Haus kaufen will, könnte dankbar sein, in Hamm zu wohnen. 269.000 Euro sollte ein Eigenheim in der Stadt in der ersten Jahreshälfte durchschnittlich für ihre Immobilie haben. So steht es in einer Tabelle des Verkaufsportals Immowelt, die kürzlich veröffentlicht wurde. Selbst im angeblich so günstigen Osten Deutschlands zahlt man mehr als hier. In Chemnitz fallen demnach 290.000 Euro pro Haus an, in Jena fast eine halbe Million Euro. Hamm hingegen ist nach Saarbrücken (199.000 Euro) und Bremerhaven (212.000 Euro) die günstigste Großstadt in der Immowelt-Tabelle. Gute Zeiten für hiesige Hauskäufer also?

Eher nicht. Schließlich sind die Preise für Grundstücke, Häuser und Wohnungen auch in Hamm stark gestiegen. Das zeigt der Grundstücksmarktbericht der Stadt über die Verkäufe im Jahr 2019. Der Gutachterausschuss hat ihn kürzlich veröffentlicht. Dieser Ausschuss ist ein unabhängiges Gremium, in dem überwiegend Sachverständige arbeiten. Es soll für Transparenz auf dem Immobilienmarkt sorgen.

Verkäufe insgesamt

1537 bebaute und unbebaute Grundstücke wechselten 2019 den Eigentümer. Das sind 13 Prozent mehr als 2018. Die Grundstücke wurden im Schnitt zu einem höheren Preis verkauft als im Vorjahr, der Umsatz mit Grundstücken stieg um 22 Prozent.

Unbebauter Grund

Gut 215 unbebaute Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser haben im vergangenen Jahr den Eigentümer gewechselt. Im Durchschnitt kostete eins davon 215 Euro pro Quadratmeter. Das sind etwa 50 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Der Kauflust scheint das aber keinen Abbruch zu tun – seit 2009 wurden in keinem Jahr mehr unbebaute Grundstücke verkauft als im vergangenen Jahr. Die Hälfte der verkauften Grundstücke für Einfamilienhäuser sind zwischen 400 und 600 Quadratmeter groß, ein Fünftel zwischen 200 und 400 Quadratmeter. Die übrigen Grundstücke sind zwischen 600 und 2000 Quadratmeter groß. Darüber hinaus wurden Grundstücke für Land- und Forstwirtschaft, Gemeinbedarf und mehr verkauft.

Für Familien

Knapp 800 Grundstücke mit Ein- und Zweifamilienhäusern wurden verkauft. Auch sie sind teurer geworden. Sie kosteten 232000 Euro. Das sind ebenfalls etwa 50 Prozent mehr als noch 2011. Für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser waren die Preise allein zwischen 2017 und 2018 um ein Drittel gestiegen. Im vergangenen Jahr blieben sie auf dem gleichen Niveau. Die Preise für Reihenhäuser und Doppelhäuser dagegen stiegen weiter um 7 Prozent innerhalb eines Jahres. Im Vergleich zu 2011 stiegen sie sogar um 52 Prozent.

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Eigentumswohnungen

Knapp 400 Wohnungen wurden verkauft. Der durchschnittliche Preis pro Quadratmeter liegt nun bei 1583 Euro. Die Wohnungen sind im Mittel etwa 80 Quadratmeter groß. Als Höchstpreis wurden 3971 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Auch die Preise für Wohnungen sind kräftig gestiegen, innerhalb von einem Jahr um 17 Prozent. Verkauft wurde außerdem Teileigentum.

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Zwangsversteigerung

Die Zahl der Zwangsversteigerungen bleibt klein, auch das geht aus dem Grundstücksmarktbericht hervor. Neun Zwangsversteigerungen gab es 2019, das sind sechs mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Zwischen 2009 und 2013 lag die Zahl der Zwangsversteigerungen in Hamm immer zwischen 77 und 94. Erst danach sank sie deutlich.

Hier geht's zu unseren Quellen:

Teurer Traum vom Eigenheim - Preisübersicht von Immowelt

Grundstücksmarktbericht für die Stadt Hamm

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