Hammer Planer plötzlich "überrascht"

Posse beim Radschnellweg: Problem seit 2014 bekannt!

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Ist das wirklich zu schmal? Der Radschnellweg hätte in Hamm auf dem Mitteldamm verlaufen sollen.

Hamm/Essen – Nirgendwo schien der Bau des Radschnellwegs Ruhr einfacher zu sein als in Hamm: Zehn Kilometer von der Innenstadt bis zur Werner Stadtgrenze, immer nur geradeaus. Doch jetzt könnte das Hammer Teilstück als Letztes fertig werden... - irgendwann nach 2025.

Auf dem als Trasse vorgesehenen Damm zwischen Lippe und Kanal ist nämlich nicht genügend Platz, womöglich muss eine andere Route gefunden werden. Bekannt ist das seit 2014.

Auf 100 Kilometern soll der Radschnellweg 1 (RS1) einmal Hamm und Duisburg verbinden, eine kreuzungsfreie Strecke mit einheitlichem Ausbaustandard. Vorgesehen sind ein vier Meter breiter Radweg, an jeder Seite ein Meter Fußweg und dazwischen idealerweise jeweils noch ein halber Meter Bankett. Zusammen macht das sieben Meter. Und die sind auf dem Mitteldamm zwischen Datteln-Hamm-Kanal und Lippe nicht drin.

Hier werde „der notwendige Querschnitt voraussichtlich nicht erreicht“, heißt es in einem Sachstandsbericht des Regionalverbandes Ruhr (RVR), der den Radschnellweg initiiert hat.

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Stadt würde auf Gehweg verzichten

Bereits die Machbarkeitsstudie 2014 habe gezeigt, dass es auf dem Damm „eng werde“, heißt es in der RVR-Planungsabteilung. Den Hammer Stadtplanern, die für die Details zuständig sind, war das immer bewusst. Doch jetzt seien sie „überrascht“, so ein Stadtsprecher.

Man sei immer davon ausgegangen, auf den Gehweg verzichten zu können. Auf dem Damm seien schließlich nie viele Fußgänger unterwegs. Und für den reinen Radweg käme man mit dem Platz oben auf dem Damm wohl aus. Wenn denn ein Gehweg notwendig sei, könne der weiter unten am Flussufer gebaut werden.

So soll der RS1 mal funktionieren:

Route nördlich der Lippe unsicher

Ob die Hammer Planer mit diesem Vorschlag durchkommen, ist ungewiss. Die Planungshoheit liegt nämlich mittlerweile beim Landesbetrieb Straßen NRW, der auf einen Einheitsstandard für alle Radschnellwege setzt. Laut RVR sind Abweichungen vom Ausbaustandard nur auf zehn Prozent der Strecke zulässig.

In Hamm muss man möglicherweise eine andere Route suchen, vermutlich nördlich der Lippe. Doch auch diese Variante ist nicht sicher. Im Kreis Unna ist nach RVR-Angaben ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren notwendig. Dabei könnte auch eine Route herauskommen, die das Hammer Stadtgebiet an anderer Stelle als bisher geplant erreichen würde.

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