Polizisten erinnern sich im Prozess

Messerangriff: „Unvermittelt auf Gefesselten eingestochen“

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Einsatz in der Königstraße: Der Ort des Geschehens in Hamm wurde seinerzeit weitläufig abgeriegelt.

Nach dreimonatiger „Corona-Pause“ wurde am Dortmunder Schwurgericht der Prozess gegen einen 40-Jährigen fortgesetzt, der einen Jugendlichen mit einem Messer attackiert haben soll.

Hamm/Dortmund – Das Strafverfahren war nach Aufkommen der Pandemie nach mehreren Verhandlungstagen Mitte April ausgesetzt worden, um Prozessbeteiligte nicht zu gefährden. Auch erschien es damals ausgesprochen schwierig, Zeugen zu laden.

Der Tatverdächtige sitzt nun seit mittlerweile über zehn Monaten unter dem Verdacht des versuchten heimtückischen Mordes in Untersuchungshaft. Er soll am 6. September vor seinem Wohnhaus an der Königstraße auf einen von der Polizei gefesselten Jugendlichen eingestochen haben, der ihn angeblich zusammen mit zwei Brüdern zuvor im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses angegriffen hatte.

Mehrere Polizeibeamte berichteten am Fortsetzungstermin von dem Einsatz am Tattag, der mit zwei verletzten und ins Krankenhaus abtransportierten Männern endete. Die Einsatzbeamten schilderten, wie sie den leicht verletzten Angeklagten und die drei aufgebrachten Brüder vor dem Haus getrennt, das Trio gefesselt und alle Kontrahenten aufmerksam im Auge behalten hätten.

„Die Stimmung war äußert aggressiv"

„Die Stimmung war äußert aggressiv. Wir mussten aufpassen, dass sie nicht aufeinander losgehen!“ Der Angeklagte sei kurz im Krankenwagen versorgt worden, auf eigenen Wunsch dann aber in seine Wohnung in dem Haus gegangen. Kurz danach sei er wieder herausgekommen, habe ein Messer dabei gehabt.

Nach einem kleinen Gerangel mit der Polizei habe er „völlig unvermittelt und schnell auf die Bauchregion eines der Gefesselten eingestochen“, erinnerte sich eine Polizeibeamtin. Um Schlimmeres zu verhindern, zückte ihr Kollege seine Dienstwaffe und schoss dem Messerstecher in die Schulter. Beide Männer wurden ins Krankenhaus gebracht.

Der Angeklagte hatte zu Beginn des Strafverfahrens im März behauptet, dass er von den drei Männern im Treppenhaus angegriffen worden sei. An die vier Stiche auf den Jugendlichen will er sich nicht mehr erinnern können.

Der Prozess wird Mitte August fortgesetzt.

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