Rätsel um ungewöhnlichen Unfall (fast) gelöst

Mann rauscht mit T-Roc ins Uentroper Grün - Polizeihubschrauber im Einsatz

Der in Uentrop verunglückte T-Roc wurde von einem Abschleppunternehmen aufwändig geborgen.
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Der in Uentrop verunglückte T-Roc wurde von einem Abschleppunternehmen aufwändig geborgen.

[Update] Hätte nicht ein tief fliegender Polizeihubschrauber am Donnerstagnachmittag für große Aufmerksamkeit gesorgt, wäre ein spektakulärer Vorfall im Hammer "Niemandsland" wohl kaum aufgefallen. Erst am Freitag wurde bekannt, was da eigentlich passiert ist.

Hamm - Die Hammer Polizei wurde am Donnerstag gegen 16.30 Uhr zu einem Alleinunfall in Uentrop alarmiert. Das klang zunächst eher gewöhnlich. Doch an der Unfallstelle eingetroffen, fanden die Beamten den Fahrer gar nicht vor und das Fahrzeug selbst etliche Meter im dichten Bewuchs abseits der Fahrbahn. Es handelte sich um einen nigelnagelneuen blauen VW T-Roc, an dem "bis auf die Heckklappe" offenbar alles kaputt war; auch alle Airbags waren ausgelöst. Der Fahrer war mit ihm zuvor offenbar ohne Zutun eines weiteren Fahrzeugs in Höhe des Kreuzungsbereichs Frielinghauser Straße/Saalkampweg über einen Graben ins Dickicht gebrettert.

Den Verantwortlichen interessierte all das offenbar herzlich wenig; er machte sich nämlich aus dem Staub. In ihrer Not holten sich die eingesetzten Beamten Unterstützung vom Polizeihubschrauber "Hummel". Dieser war am Donnerstag bis gegen 18 Uhr im Einsatz, musste aber erfolglos abdrehen. Auch ein erster Onlineartikel hier auf WA.de brachte keine Hinweise. Der Fahrer blieb also bis auf Weiteres verschollen.

Mietwagen mit Euskirchener Kennzeichen

Das ramponierte Auto wurde zwischenzeitlich sichergestellt und von einem Abschlepper aufwändig aus dem Uentroper Grün geborgen. Weil es sich um einen Mietwagen mit Euskirchener Kennzeichen handelte, konnte die Polizei die Identität des mutmaßlichen Fahrers nicht zeitnah ermitteln. Licht ins Dunkel kam erst am Freitagmittag, als er sich bei der Polizei meldete. Aber nicht in Hamm, sondern in Krefeld!

In den Tiefen des Uentroper Grüns kaum auszumachen: Der Mietwagen des 26-jährigen Krefelders ist der blaue Fleck in der Bildmitte.

 

Die Kollegen in Hamm erfuhren also über Umwege, dass es sich um einen 26-jährigen Mann handelte, der zudem unverletzt geblieben sei, sagte ein Polizeisprecher im Gespräch mit WA.de. Auf seiner Fahrt von Berlin nach Krefeld sei er in Hamm abgefahren, um sich den großen Hindu-Tempel anzusehen. Nach dem Unfall habe er sich in Uentrop abholen lassen. Was ihm nun blüht, ist noch unklar. Sicher ist allein, dass er seinen Führerschein nicht abgeben muss: Er hat aktuell nämlich gar keinen. Was wiederum die überstürzte Flucht vom Unfallort erklärt.

Schrottauto war vorher noch fast neuwertig

Wie schnell der junge Mann auf der regennassen Fahrbahn (dort gilt Tempo 70) unterwegs war und warum er geradewegs ins Unterholz fuhr, ist nun Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Auch die Frage, ob der Begriff "Unfallflucht" statthaft ist, werde mit Blick auf Versicherungsaspekte noch geklärt, sagte der Polizeisprecher. Ein Sachbearbeiter müsse zudem klären, inwieweit durch den VW tatsächlich ein "Flurschaden" angerichtet wurde. Der Wagen selbst hat offenbar nur noch Schrottwert: Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 25.000 Euro - das entspricht dem Neupreis eines VW-T-Roc. Denn tatsächlich war das Auto erst einen Monat alt.

Mit einer "Hummel" wie dieser suchte die Polizei am Donnerstagnachmittag in Uentrop den flüchtigen Unfallfahrer.

Ein noch spektakulärer Unfall hatte Mitte Juli für Aufmerksamkeit gesorgt: Damals war auf der A1 vor dem Kamener Kreuz ein Lkw durch die Schutzplanke gekracht und zehn Meter tief gestürzt. Für die Bergung musste die Autobahn über Stunden komplette gesperrt werden.

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