Mit A6 "wie ein Geisteskranker" durch die Altstadt

Polizei stoppt rücksichtslosen Hammer Raser in Soest

Soest/Hamm - "Wahnwitzig" und "rücksichtslos" ist ein 19-jähriger Autofahrer aus Hamm durch die enge Soester Altstadt gebrettert. Die Polizei zeigt sich völlig verständnislos. Nur mit viel Glück seien keine Passanten zu Schaden gekommen!

"Ob er die engen Gassen mit einem Video-Spiel verwechselte, wissen wir nicht", heißt es in einer Mitteilung der Polizei vom Freitag. Fakt sei, bei seiner Raserei am Donnerstagabend habe er viele Passanten gefährdet, die dort unterwegs waren.

Die ganze unglaubliche Geschichte:

Am Donnerstag gegen 21.35 Uhr bemerkte eine Streifenbesatzung im Bereich der Einmündung an der Walburger Unterführung einen Audi A6 mit HAM-Kennzeichen. Dieser überholte das vor ihm fahrende Auto beim Linksabbiegen, indem er links an der Verkehrsinsel in der Walburger-Ostfofen-Wallstraße vorbeiraste. Die Beamten nahmen direkt die Verfolgung des Audis auf.

Gegenüber der Polizeiwache sei der Fahrer "in einem wahnwitzigen Tempo" nach rechts in die Straße Düsterpoth eingebogen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich wegen eines Weinfests in der Nähe zahlreiche Passanten auf den Bürgersteigen, die durch die Fahrweise stark gefährdet wurden.

Blick in eine typische Soester Innenstadt-Gasse.

Kurz darauf bog der Audi nach links, entgegen der Einbahnstraßenregelung in die Berswordtgasse ab, um dann wieder nach rechts in die "Kleine Osthofe" zu fahren. An der Einmündung Düsterpoth/Kleine Osthofe konnte der Streifenwagen den Audi stoppen.

Der 19-jährige Fahrer aus Hamm zeigte sich gegenüber der Polizei wenig einsichtig. Ein "Rennen" habe er nicht gefahren!

Wie schnell der junge Mann tatsächlich unterwegs war, konnten die Beamten auf Nachfrage nicht sagen - es sei ja nicht gemessen worden. Zur Einschätzung verwiesen sie auf das innerörtlich geltende Tempolimit von 30 bis 50 - selbst diese Geschwindigkeit werde in den schmalen Soester Gassen normalerweise kaum je gefahren. Zwischen 70 und 100 km/h - vorsichtig geschätzt - könnten es im aktuellen Fall aber wohl gewesen sein. Die Polizei legte auf Nachfrage noch einen drauf: "Wie ein Geisteskranker" habe sich der Mann verhalten.

Ob der rücksichtlose Raser nach dieser Aktion seinen Probeführerschein behalten darf, wird nun ein Richter entscheiden.

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