Beobachter wundern sich

Polizei-Hubschrauber begleitet Atomzug nach Hamm

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So wie auf diesem Archivfoto sieht der Zug aus, der am Dienstag nach seiner Fahrt durchs Münsterland in Hamm eintraf.

Mit einem Tag Verspätung hat der aktuelle Atommüll-Transport von Gronau nach Russland Drensteinfurt passiert und den Bahnhof in Hamm erreicht. Ein Hubschrauber begleitet den Transport.

Von Markus Hanneken und Ines Engelmann

Hamm/Drensteinfurt - Eben dieser Hubschrauber ist es, der den Menschen entlang der Wegstrecke auffiel, da er sehr tief flog beziehungsweise in der Luft stand. Am frühen Dienstagnachmittag meldeten sich dazu zum Beispiel Leser aus dem Hammer Westen in der Redaktion. In diesen Minuten hatte der zehnte Transport dieses Jahres mit seinen 13 Waggons gerade den Bahnhof erreicht. Dort stand eine Umkopplung an. Warum der Zug 24 Stunden später kam als von den Demonstranten am Montag erwartet, blieb unklar; diese Entscheidungen seien Sache des Betreibers, so ein Polizeisprecher.

Der Hubschrauber wird von der Bundespolizei in Münster eingesetzt; er begleitete den Zug mit abgereichertem, hochgiftigem Uranhexafluorid am Dienstag auf der kompletten Wegstrecke der Münsteraner Zuständigkeit bis nach Hamm. Der Hubschrauber dient dem Streckenschutz und kann mögliche Störaktionen, Gefahren und Hindernisse schon im Vorfeld aus der Luft ausmachen.

Seite an Seite mit einem einfachen Nahverkehrszug steht ein Atomtransport im Bahnhof.

Das war zum Beispiel am Dienstag hilfreich. Als Aktivisten bemerkten, dass der Zug sich auf den Weg machte, seilte sich bei Nienberge-Häger eine Frau aus einem fünfköpfigen Aktivistenteam von einer Autobahnbrücke ab. Die Blockade wurde von der Polizei beendet. Der Zug wartete derweil zwei Stunden in Altenberge. Festnahmen gab es nicht.

Gegen 14.15 Uhr passierte der Transport Münster und kurze Zeit später Drensteinfurt und Hamm. Der Hammer Bahnhof liegt übrigens immer auf der Route des Transports der Firma Urenco.

Diese Störaktion in Nienberge-Häger hielt den Zug weitere zwei Stunden auf.

Scharfe Kritik von Aktionsbündnis

Matthias Eickhoff von dem Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen erklärte auf WA-Anfrage: "Wer seinen Atommüll nicht im eigenen Land sicher entsorgen kann oder will, darf auch keine Atomanlage betreiben." Den Transport des radioaktiven Mülls wolle das Aktionsbündnis nicht hinnehmen; eine politische Lösung sei gefordert. „Es kann nicht sein, dass dieser Transport nur deshalb passiert, weil es so Kostengünstiger ist. Das geht garnicht“, so Eickhoff.

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