Polizei zählt 141 Einsätze in der Hammer ZUE 2016

+
Blick in die ZUE im Hammer Osten.

Hamm - Gravierende Einsätze wie unlängst in der ZUE in Rüthen hat es in der Einrichtung im Hammer Osten noch nicht gegeben. Insgesamt wurden dort im vergangenen Jahr 141 Einsätze verzeichnet.

Ein 55-jähriger Wachmann war vor wenigen Tagen in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Rüthen von einem Flüchtling schwer verletzt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Arnsberg am Dienstag mitteilte, habe sich der 26-jährige Asylbewerber bei der Essensausgabe aus nichtigem Anlass ein Messer genommen und dem Sicherheitsbediensteten zwei Stichverletzungen am Kopf zugefügt.

In der ZUE Hamm sind solch gravierende Vorfälle laut der Polizei Hamm noch nicht vorgekommen. Zwar zählte die Behörde im vergangenen Jahr insgesamt 141 Einsätze in der ZUE am Alten Uentroper Weg, doch „besondere Problemstellungen“ seien nicht bekannt geworden.

Wachmann bei Schlichtungsversuch verletzt

Dass ein Mitglied des Wachpersonals verletzt wurde, sei nur einmal vorgekommen. Der Mann wollte bei einer Schlägerei zwischen vier Personen schlichten und wurde dabei leicht verletzt. Darüber hinaus wurde eine Mitarbeiterin der Malteser in der Kantine verbal bedroht, weil der Flüchtling verlegt werden sollte. Der Mann verletzte sich anschließend selbst leicht. Ein weiterer Fall: Nach einer verbalen Bedrohung kam ein ZUE-Bewohner in Polizei-Gewahrsam. In einem vierten Fall wurde ein Flüchtling gegenüber seiner Mutter handgreiflich.

Diese Delikte wurden in der ZUE verzeichnet

Auf WA-Anfrage listete die Polizei unter anderem folgende Einsatz-Stichworte in 2016 für die ZUE auf, was aber nichts über die „Qualität“ und die tatsächlich strafrechtliche Relevanz der Fälle aussagt:

26 verdächtige Feststellungen, 24 Brandmeldeanlagen, 16 Randalierer, 15 Hilfeersuchen, 12 Körperverletzungen, 8 Betrügereien, 6 Hausfriedensbrüche, 5 Diebstähle, 4 Bedrohungen, 4 Suizid-Versuche, 3 Gefahrenstellen, 2 Belästigungen, 2 Betäubungsmitteldelikte, 2 Sexualdelikte, 2 Streitereien, 2 vermisste Personen, 1 Waffendelikt, 1 häusliche Gewalt, 1 Verkehrsdelikt, 1 Schlägerei.

Bewaffnung begrenzt auf zwingend notwendiges Maß

Zum Thema Bewaffnung von Sicherheitspersonal in einer ZUE teilte die Bezirksregierung grundsätzlich mit: „Es gibt keinen Erlass und keine Vorschrift seitens des Landes beziehungsweise der Bezirksregierung in der Hinsicht. Geschäftsgrundlage ist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung Vorschrift 23 und die dazu gehörigen Durchführungsordnungen. Die Ausrüstung mit Schusswaffen soll auf Grund der sich daraus ergebenden Gefahrmomente auf das zwingend notwendige Maß begrenzt werden."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare