Polizei nimmt mutmaßlichen Täter fest

Brandstifter von Heessen ist ein Feuerwehrmann

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Die ausgebrannte Reithalle des Reit- und Fahrvereins Heessen.

[UPDATE] HAMM - Die Hammer Polizei hat den mutmaßlichen Brandstifter der Feuerserie in Heessen festgenommen. Der 20-Jährige war Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und hatte teils an den Löscharbeiten teilgenommen. Seine letzte Aktion betraf eine Wohnung aus dem "familiären Umfeld".

Das teilten die Staatsanwaltschaft Dortmund und die Polizei Hamm mit. Demnach wurde der junge Tatverdächtige am Freitag vorläufig festgenommen. Der Beschuldigte sei voll geständig und es wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt. Er gehe "keiner geregelten Tätigkeit nach und verfüge über keine nennenswerten sozialen und persönlichen Bindungen", heißt es in der Mitteilung. Einschlägige Vorerkenntnisse lägen nicht vor. Als Motivlage seien familiäre und partnerschaftliche Probleme sowie Suche nach Kameradschaft in der Feuerwehr anzunehmen, hieß es.

Der Beschuldigte wurde am Samstag dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Hamm vorgeführt, der antragsgemäß Haftbefehl wegen Brandstiftung und schwerer Brandstiftung erließ. Ein Zusammenhang mit einer weiteren Brandserie in Hamm wird den Angaben zufolge noch überprüft, erscheine allerdings nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen eher unwahrscheinlich.

Der Gesamtschaden der insgesamt zehn Brände zwischen dem 9. Juli und 13. August beläuft sich auf ca. 400.000 Euro.

Dem psychologischen Einfühlungsvermögen und der guten Vernehmungstechnik der Hammer Polizeibeamten sei zu verdanken, dass der Brandstifter geständig sei, erklärte Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel gegenüber dem WA. Zunächst war er wegen des Verdachts festgenommen worden, am Montagabend eine Wohnung aus dem familiären Umfeld an der Straße Am Hämmschen angesteckt zu haben. Am Freitag in den späten Abendstunden sei der Durchbruch gelungen, berichtet Holznagel. Jetzt werde der junge Mann psychologisch untersucht. Es sei zu prüfen, ob er noch unter Jugendstrafrecht falle.

Bei der Durchsuchung seiner abgebrannten Wohnung hatte die Polizei auch Beweismaterial sichergestellt. Dazu wollte Holznagel zunächst keine weiteren Angaben machen.

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Über eine Million Menschen gehören in Deutschland zur Freiwilligen Feuerwehr. Ohne die meist ehrenamtlichen Einsatzkräfte wäre der Brandschutz vielerorts nicht gewährleistet. Und doch gibt es in ihren Reihen immer wieder „Feuerteufel“, so Staatsanwältin Holznagel im Gespräch mit dem Stadtanzeiger. In Hamm ist es 15 Jahre her, dass ein Brandstifter aus den Reihen der Brandschützer kam und in Rhynern mehrere Brände legte.

Für die Hammer Feuerwehr bedeutet die Festnahme einen möglicherweise gewaltigen Imageschaden. In der kommenden Woche würden Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr zunächst mit der betroffenen Einheit in Heessen über die neue Entwicklung sprechen und stünden auch den anderen Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Hamm für Gespräche zu Verfügung, sagte Stadtsprecher Christian Strasen gegenüber dem Stadtanzeiger. Zudem werde das Thema beim nächsten Infotreffen der Fürungskräfte der Feuerwehr behandelt. - han/jim/tig

Eine polizeiliche Übersicht über die Taten:

1. Wohnungsbrand: 13. August 2012, Am Hämmschen 1.

2. Sachbeschädigung durch Feuer: 9. Juli, 59073 Hamm. Schlossstraße 2, Vereinsheim SV 26 Heessen

3. Brandstiftung: 10. Juli 2012, Dasbeck 6, Reiterhof

4. Brandstiftung: 12. Juli 2012, Dasbeck 6, Vollbrand Reiterhof:

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5. Brandstiftung:13. Juli 2012, Schlossstraße2, Vollbrand Vereinsheim 26 Heessen:

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6. Mehrere Kleinbrände in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 2012 in der Gartenstadt Dasbeck

7. Brandstiftung: 26. Juli 2012, Hoher Weg 137, Carport und 5 PKW:

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8. Brandstiftung: 28. Juli 2012, Franz-Hitze-Straße 2, Carport und PKW

9. Brandstiftung: 30. Juli 2012, Glückaufstraße 37, Zaun zum Carport

10. Brandstiftung: 30. Juli 2012, Piebrockskamp 1a, PKW

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