Interview mit der Polizei Hamm

333 Diebstähle im ersten Halbjahr: „Klappe auf, Fahrrad rein“

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Fahrraddiebstahl

Hamm  - 333 Fahrraddiebstähle wurden in der ersten Jahreshälfte 2018 von der Polizei erfasst. Die Aufklärungsquoten sind meist ziemlich ernüchternd, nicht zuletzt, da sich Fahrradbesitzer oft im Vorfeld nicht schützen. 

Wie dies am besten gelingt, erklärt Polizeihauptkommissar Christopher Grauwinkel im Gespräch mit WA-Redakteur Cedric Sporkert.

An welchen Orten treten Fahrraddiebstähle am häufigsten auf? 

Christopher Grauwinkel: Am häufigsten werden Fahrräder an stark frequentierten Orten in der Hammer Innenstadt gestohlen. Beispielsweise sind das Einkaufszentren, „Vergnügungsviertel“ oder aber der Bereich rund um den Hauptbahnhof. 

Wie können sich Fahrradfahrer vor dem Diebstahl schützen? 

Grauwinkel: Diebe stehlen besonders gerne hochwertige Räder, die zwar abgeschlossen, aber nicht angeschlossen sind. Die können sie einfach zu einem wartenden Transportfahrzeug tragen. Nach dem Motto: „Klappe auf, Fahrrad rein“ brauchen die Langfinger nur Sekunden, um Beute zu machen. 

Daher raten wir allen, das Rad immer mit dem Rahmen, mittels massiver Stahlketten, Bügel-, Falt- oder Panzerkabelschlösser möglichst an einen feststehenden Gegenstand anzuschließen, auch in Fahrradkellern oder anderen Unterstellmöglichkeiten. Außerdem raten wir: Nutzen Sie nur geprüfte und zertifizierte Schlösser. Notieren Sie alle Informationen zu Ihrem Rad, einschließlich der Fahrradrahmennummer, und bewahren Sie diese zusammen mit dem Kaufbeleg und einem Foto Ihres Rades sicher auf.

Welche Möglichkeiten gibt es, um sich schon beim Fahrradkauf abzusichern?

Grauwinkel: Auf der Internetseite www.polizei-beratung.de können sich alle kostenfrei einen Fahrradpass herunterladen, auch als App. Für den Fall, dass das Rad gestohlen und wieder aufgefunden wird, lässt sich anhand dieser Daten der rechtmäßige Eigentümer schnell ermitteln. Und: Wenn jemand damit angehalten wird, kann man feststellen, ob die „richtige“ Person auf dem Rad sitzt. Der ebenfalls kostenlose Aufkleber „Finger weg – Mein Rad ist codiert!” signalisiert Dieben: Der Eigentümer war bei der Polizei und hat vorgesorgt. 

Wie gut sind die Chancen, dass das Fahrrad wieder auftaucht und zurück zum Besitzer kommt? 
Grauwinkel: Die Aufklärungsquoten beim Fahrraddiebstahl lagen in den letzten Jahren unter zehn Prozent. Fahrradkontrollen werden regelmäßig durchgeführt. Wenn die Räder bei der Polizei registriert wurden, können wir recht schnell feststellen, ob der rechtmäßige Eigentümer das angehaltene Fahrrad nutzt.

Polizeisprecher Christopher Grauwinkel

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