Polizei ermittelt wegen Betrugsverdacht

Betrügerische Steinreiniger beißen in Hamm und Drensteinfurt auf Granit

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Wer seine Steine vor dem Haus reinigen lassen möchte, sollte bei der Firma genau hinschauen.

Hamm/Drensteinfurt – Reichlich Dreck am Stecken haben nach Einschätzung der Polizei vermeintliche Saubermänner, die versprechen, gepflasterte Garagenzufahrten, Hausfassaden oder gar Dachpfannen wieder blitzblank zu machen.

Anfang April lag auch der Print-Ausgabe des WA ein Flyer einer Firma bei, die als „Steinreinigung Hamm“ auftrat und für ihre Dienste warb. Die Polizei warnte daraufhin davor, dieses Unternehmen zu engagieren. Die in der Broschüre angegebene Adresse in Bockum-Hövel „passte“ nicht, es gab nur eine Straße, deren Name leicht anders geschrieben wurde, und die Menschen, die dort wohnten, hatten nichts mit den Steinreinigern zu tun. 

Die Hammer Ermittler vermuteten, dass gerade ältere Menschen über den Leisten gezogen werden sollten. Wenn überhaupt, dann würden die Arbeiten zu überteuerten Preisen durchgeführt und schlecht ausgeführt.

Drei Fälle in Hamm

Die Warnung der Polizei wurde sowohl in Hamm als auch im Umland gehört. Drei Strafanzeigen wurden in der Folge von Hammer Bürgern erstattet. In allen Fällen hatten die Erstatter bereits telefonisch Kontakt zu der Firma aufgenommen. Arbeiten waren aber noch nicht ausgeführt und auch noch keine Geldzahlungen getätigt worden.

Vorläufige Festnahme in Drensteinfurt

In Drensteinfurt hatten sich die Steinreiniger ebenfalls bei einem älteren Ehepaar einen Auftrag an Land gezogen. Die Polizei wurde eingeschaltet und traf drei Arbeiter an Ort und Stelle an. Es handelte sich um Männer aus Essen und Bochum im Alter von 17, 22 und 24 Jahren. Sie waren engagiert worden, um die Einfahrt der Eheleute zu reinigen. Die Männer wurden vorläufig festgenommen und nach Überprüfung der Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt. 

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Flyer auch im WA: Warnung vor betrügerischen Steinreinigern!

Ermittlungsverfahren wegen Betrugs wurden sowohl für den Drensteinfurter als auch für die Hammer Fälle eingeleitet. Die Ermittlungen dauerten derzeit noch an, hieß es am Freitag von beiden Behörden.

Fälle auch andernorts

Betrügerische Steinreiniger sind kein regionales Problem. Warnungen vor den krummen Geschäften gibt es immer wieder aus dem gesamten Bundesgebiet. Eine gute Methode, diese zu erkennen, könnte eine Überprüfung der verwendeten „Firmenanschrift“ sein. Wenn diese ins Leere läuft, sollte in jedem Fall Vorsicht geboten sein. Bei Fällen aus dem Münsterland wurden jüngst ein Hundesportverein und ein Schrottplatz verwendet.

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