Politisches Nachtgebet nach Japan-Katastrophe

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Hendrik Scheffler (v.l.), Ulrike Eggermann, Dr. Iris Keßner und Michael Schattauer vom Kirchenkreis Hamm laden am kommenden Freitag zum politischen Nachtgebet in die Lutherkirche ein. ▪

HAMM ▪ Die Ereignisse nach dem Erdbeben in Japan und die Diskussion über die künftige Nutzung der Atomenergie sollen am Freitag, 25. März, von 20 bis 22 Uhr beim politischen Nachtgebet in der Lutherkirche thematisiert werden. Zu diesem besonderen Gebet, das unter dem Motto „Glaube, Japan, Atomkraft und wir“ steht, lädt die Jugendkirche des Kirchenkreises Hamm ein.

Das Nachtgebet ist dreigeteilt. Zunächst werden Superintendent Rüdiger Schuch und Pfarrer Dr. Tilmann Walther-Sollich Antworten auf die Fragen „Wie hilft die Kirche den Opfern?“ und „Wie positioniert sich die Kirche zur Atomenergie?“ geben. Anschließend ist Zeit für Publikumsfragen, die Pfarrer Matthias Eichel aus dem FUgE-Vorstand moderiert.

Im zweiten Teil liegt der Schwerpunkt auf der Spiritualität. „Wir wollen uns mit Gottesbildern beschäftigen und den aktuellen Fragen nach dem Verhältnis zwischen menschlicher Ohnmacht vor den Naturgewalten und technischen Allmachts-fantasien, die durch die Ereignisse im Kraftwerk Fukushima widerlegt werden“, erklärt Jugendkirchenpfarrerin Dr. Iris Keßler.

Im dritten Teil soll es um Möglichkeiten gehen, selbst aktiv zu werden. „Wir wollen den Teilnehmern ein Forum bieten, in dem sie sich selbst eine Meinung bilden können“, erklärt Keßler.

Das politische Nachtgebet in der Jugendkirche orientiert sich unter anderem an der 1968 von der evangelischen Theologin Dorothee Sölle und dem Schriftsteller Heinrich Böll begründeten liturgischen Verbindung von politischer Information, Meditation und Gebet. Damals fanden die Gebete vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges statt, später gab es etliche Nachahmer. „Angesichts der Katastrophe in Japan ist bei den Besuchern der Jugendkirche nicht nur die Betroffenheit groß, sondern auch der Bedarf, erneut über den Ausstieg aus der Atomenergie zu diskutieren, den die Westfälische Landeskirche seit der Tschernobyl-Katastrophe 1986 fordert“, sagt Keßler. ▪ WA

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