Wie geht es nach dem Virus in Hamm weiter?

Hammer Politiker diskutieren Wiedereinstieg in Normalität nach Corona

Politiker aus Hamm diskutieren Wiedereinstieg in Normalität nach Corona. Linke und Grüne machen Pläne.
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Politiker aus Hamm diskutieren Wiedereinstieg in Normalität nach Corona. Linke und Grüne machen Pläne.

Wann geht es weiter? Wie geht es weiter? Deutschlandweit wird in diesen Tagen über die ersten Schritte zurück zu einem normalen Alltag diskutiert. Auch die Grünen und Linken aus Hamm machen Pläne.

Hamm – Die Hammer Grünen wollen dies minutiös durchplanen – mit Vertretern verschiedener Interessensgruppen. Die Grünen regen aus diesem Grund „die Bildung eines „Runden Tisches“ an, in dem alle maßgeblichen Fachleute aus Verwaltung, Politik, Gesundheitswesen, Wirtschaft, Handwerk, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden“ eine Strategie zum Wiedereinsteig in die Normalität entwickeln, heißt es in einer Mitteilung. Die Vorgaben von EU, Bund sollen dabei selbstverständlich berücksichtigt werden.

„Wichtig erscheint uns Grünen aber, dass es differenzierte Lösungen für die Rückkehr zum Alltag geben. Diese müssen einen Ausgleich zwischen der Fürsorge für besonders gefährdete Risikogruppen und dem langsamen Einstieg in den wirtschaftlichen Alltag gewährleisten, ohne die bisher gelebte Solidarität zu gefährden.“

Runder Tisch soll bei Ausweg helfen

Eine konkrete Vorstellung, wie ein runder Tisch auszusehen hat und in welcher Form er tagt, teilen die Grünen nicht mit. Dazu heißt es lediglich: „Zur Abstimmung und Organisation des Runden Tisches sollte der Ältestenrat nach den Osterfeiertagen zusammenkommen."

Forderungen der Linken

Die Linke Hamm drängt darauf, nach der Corona-Krise das Gesundheitssystem zu ertüchtigen. „Insgesamt zeigt sich, dass es auf Bundesebene eine grundsätzliche Richtungsänderung in der von CDU, FDP, Grünen und SPD gestalteten Gesundheitspolitik geben muss. Markt und Wettbewerb haben als Steuerungselement versagt“, meint Sven Kleinemeier, Mitglied im Gesundheitsausschuss der Stadt Hamm. „Die Entscheidungen zur Gesundheitsversorgung müssen am Bedarf ausgerichtet und in die demokratischen Gremien zurückgeführt werden.“

Neuausrichtung des Systems?

Auch bei der Versorgung mit Haus- und Fachärzten zeige sich, dass die marktwirtschaftliche Orientierung ein Fehler sei. So seien etwa in Bockum-Hövel bereits jetzt viele Hausarztplätze unbesetzt oder würden in absehbarer Zeit wegfallen. Ein Ausweg könne der Ausbau von kommunalen medizinischen Versorgungszentren oder Polikliniken sein, die auch den Wunsch von Nachwuchsärzten nach verstärkter Kooperation und verlässlichen Arbeitsbedingungen aufgreifen.

„Bereits vor der Corona-Krise war das Gesundheitssystem auf Kante genäht. Das merkt man in der aktuellen Situation schmerzlich. Deswegen sollte spätestens jetzt allen klar sein, dass sich die Gesundheit der Bevölkerung nicht für Geschäftemacherei eignet“, so Kleinemeier. „Das Gesundheitssystem ist ein elementarer Bestandteil der Daseinsvorsorge, dessen Kosten von den Kassen erstattet werden müssen.

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