Politik soll beim Ärger mit „Alt + Kleber“ vermitteln

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Für Dennis Kocker von der SPD und das CDU-Mitglied Winfried Wenning (rechts) ist die „Alt+Kelber Wohnungsverwaltung“ ein rotes Tuch. Der Rechtsanwalt und sein Mandant ärgern sich seit drei Jahren über die Gesellschaft und ihre Praktiken. Jetzt sollen Rat und Bezirksvertretung den Mietern im Hammer Norden helfen. ▪

HAMM-NORDEN ▪ „Um den sozialen Frieden müsse man sich ein wenig Sorgen machen, wenn Vermieter und Wohnungsverwalter so mit ihren Mietern umgehen, wie das rund um den Rheinsberger Platz geschieht.“ Der neue stellvertretende Ratsfraktionsvorsitzenden der SPD, Dennis Kocker, sieht es als dringende Aufgabe an, dass Politik und Verwaltung mit der „Alt + Kelber Immobiliengruppe“ ins Gespräch kommt, die im Hammer Norden mehr als 300 Wohneinheiten verwaltet. Und dabei scheint nicht alles korrekt abzulaufen. Der Mieterprotest wird – wie berichtet – immer stärker.

Aus seinen eigenen Erfahrungen weiß Kocker, dass die einzelnen Mieter gegen eine solche Immobiliengröße nicht ankommen können. Es dürfe nicht so weit gehen, dass der letzte Ausweg dann der Auszug ist. „Dann hätte wir hier einen Leerstand, den sich die Stadt Hamm sicher nicht leisten kann.“ Dennis Kocker weiß wovon er spricht. Der Rechtsanwalt für Miet- und Wohneigentumsrecht vertritt allein fünf Mandanten, die in Wohnungen leben, die von „Alt + Kleber“ verwaltet werden. Ein Hauptstreitpunkt sind die Nebenkostenabrechnungen und die Mängel auf Wohnungsbestand.

Das größte Problem sei, dass man bei „Alt + Kelber“ ins Leere laufe und für seine Beschwerden keinen Ansprechpartner findet. Selbst als Rechtsanwalt hat Kocker erleben müssen, dass man immer wieder vertröstet wird, wenn man überhaupt mit einem Mitarbeiter von Alt + Kelber sprechen kann. Manchmal würden noch nicht einmal Einschreiben mit Rückschein etwas nutzen. Man müsse schon dazu übergehen, die Schriftstücke per Gerichtsvollzieher zustellen zu lassen. Und ohne Gerichtsverfahren komme man in vielen Fällen gar nicht aus. Aber das scheine die Immobiliengesellschaft schon einzuplanen, anders könne man ihr Verhalten nicht deuten.

Manche Mieter scheuen aber Gerichtsverfahren und haben Angst, berichtet Winfried Wenning, der selbst zu den Mandanten von Dennis Kocker zählt. Er ärgert sich seit vier Jahren über Alt + Kelber und wie die Gesellschaft mit den Mietern umgeht. Er selbst sei nach Essen gefahren und habe erlebt, wie sich Mitarbeiter von Alt + Kleber verleugnet haben, damit sie seine Beschwerden nicht entgegen nehmen müssen.

Wennig zweifelt auch an, dass – wie in der vergangenen Woche von Michael Schleich, dem Vertreter der Eigentümerin, Wallcae Properies Sàrl, erklärte wurde, in den vergangenen drie Jahren 500 000 Euro in die Instandhaltung gesteckt wurden. Notwendige Dachreparaturen seien nur an einem Objekt gesehen worden und nach einem Brandschaden würden andere Mieter immer noch auf die beseitigung der Feuchtigkeitschäden warten.

Wennig ist Mitglied der CDU und wird bei den Mandatsträgern seiner Partei dafür werben, dass sich auch die Bezirksvertretung des Themas annimmt. Er erhofft sich, dass CDU gemeinsam mit SPD solch einem Immobilienunternehmen auf die Füße tritt. Vielleicht könne die Politik mehr ausrichten als die Mieter, die sich nicht wehren können. ▪ hwa

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