Überraschender Vorstoß am Mittwoch

"Super-Gipfel" soll den Hammer Kaufhof retten!

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Bleibt der Eingang zum Kaufhof offen? Unerwarteterweise prescht sich in Hamm eine politische Koalition zur Rettung in die Öffentlichkeit.

Gibt es nun doch noch eine Perspektive für den Kaufhof in Hamm? Nach einem Treffen mit dem Betriebsrat und der Standortleitung des Kaufhauses im Rathaus will der Hammer OB alle Beteiligten an einen Tisch holen, um über eine Zukunft des Hauses sprechen zu können.

Hamm - „Ich bin zwar skeptisch, dass wir das Haus retten können, will aber alle Chance wahren“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann nach dem Gespräch. Zu dem Runden Tisch lädt er gemeinsam mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Marc Herter ein. Dieser hatte am Tag zuvor den OB deutlich kritisiert, dass Hunsteger-Petermann nach Bekanntgabe der Schließungsabsichten über Abriss und Neubau des Hauses nachgedacht und nicht zu einem runden Tisch zur Standortsicherung des Kaufhauses eingeladen hatte.

Nun kommt der runde Tisch. „Wir begreifen das als Aufgabe der großen Koalition“, ließen Hunsteger-Petermann und Herter wissen. In einer gemeinsamen Telefonkonferenz machten sie unisono deutlich, dass eine Rettung des Kaufhauses derzeit Priorität habe und alle andere Planungen zur Zukunft des Hauses auf Eis gelegt werden. „Die große Koalition will das Kaufhaus retten, das ist der gemeinsame Weg“, sagte Herter. Bei dem angestrebten Treffen soll ausgelotet werden, ob es eine Zukunft für das Haus gibt oder eben nicht. Dazu müssten sich Eigentümer und Konzernleitung erklären. Bereits zum Beginn der kommenden Woche soll das Gespräch im Rathaus stattfinden. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, so Herter.

Ausdrücklich erklärten Herter und der OB, dass sich das Thema Kaufhof nicht zum Wahlkampfthema machen wollen. „Wir haben uns darauf verständigt, dass Thema nicht parteipolitisch ausschlachten zu wollen“, so Hunsteger-Petermann. Herter und der Oberbürgermeister wollen in den kommenden Tagen nun ihre Kontakte nutzen, um eine reelle Lösung für den Hammer Standort zu finden.

Hunsteger sieht für sich keine "Rolle rückwärts"

Als „Rolle rückwärts“ will Hunsteger sein Engagement für eine Rettung des Kaufhauses indes nicht verstanden wissen. „Wenn es eine Chance gibt, dann sollten wie sie nutzen“, sagte er gegenüber unserer Redaktion. Er habe immer deutlich gemacht, dass an dieser Stelle kein Leerstand entstehen dürfe. „Wenn im Kaufhof wirklich die Lichter ausgehen, dann müssen wir einen Plan haben“, so der OB. Nun soll mit allerdings Hochdruck daran gearbeitet werden, dass noch lange in dem Kaufhaus an der Bahnhofstraße eingekauft werden kann.

Dazu liege der Ball aber bei der Konzernleitung und den Eigentümern, betont Hunsteger. Es sei klar, dass in die Immobilie nachhaltig investiert werden müsse, um sie fit für die Zukunft zu machen. Inwiefern das gelinge und welche Signale aus der Konzernleitung kommen, soll schon zu Beginn der kommenden Woche ausgelotet werden. Dann wollen sich Betriebsrat, Gewerkschaften, Industrie- und Handelskammer sowie Eigentümer und Konzernleitung mit Vertretern der großen Koalition zu dem „Super-Gipfel“ treffen.

Konkretes Vorgehen wird noch nicht verraten

Marc Herter freute sich am Mittwoch über die Möglichkeit, über die Zukunft des Kaufhauses reden und deutlich machen zu können, dass die Stadt Hamm ein Interesse an dem Kaufhof habe. Alles andere müssten nun die Gespräche zeigen. Mit welchen Vorschlägen die große Koalition Kaufhof und Eigentümer überzeugen wollen, wollten Hunsteger-Petermann und Herter noch nicht verraten.

Die Kaufhof-Betriebsratsvorsitzende Marion Schöning freute sich, dass nun auch das Hammer Rathaus den Standort nicht kampflos aufgeben und ernsthafte Verhandlungen führen will. Die Mitarbeiter des Kaufhofes wollen am kommenden Samstag zwischen 12 und 15 Uhr Unterschriften für den Erhalt sammeln.

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