Politik streitet über neues Stadion - OB will eingreifen

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Bundesliga live in der Evora-Arena? Der Rat hat beschlossen, den Umbau eines bestehenden oder den Neubau eines weiteren Stadions zu prüfen.

Hamm - Beim Thema Fußball können bekanntlich (fast) alle mitreden. Das gilt auch für Politiker. In der jüngsten Sitzung des Rates wurde über den „Fußballstadion“-Antrag von CDU und SPD so eifrig diskutiert, dass sogar Thomas Hunsteger-Petermann sich bemüht sah, ins Geschehen eingreifen zu müssen.

Dabei hat der Oberbürgermeister mit Sport gar nichts am Hut. Am Ende war das Resultat aber deutlich: Nur die beiden Vertreter von Pro Hamm votierten gegen den Antrag – das klare Abstimmungsergebnis bedeutet jedoch nicht, dass Hamm bald ein neues Stadion bekommt.

Dass sich hinter dem Antrag kein Stadion wie in Dortmund oder Schalke verbirgt, machte Kai Hegemann deutlich. Es gehe, sofern der Ausbau eines der bestehenden Stadien nicht in Frage kommt, „nur“ um einen neuen Sportplatz mit einer Tribüne für rund 3000 Menschen, sagte der sportpolitische Sprecher der CDU-Fraktion.

Dass es jetzt erstmal nur um die Prüfung und die voraussichtlichen Kosten gehe, betonte auch SPD-Fraktionschef Dennis Kocker. Dieser erste Schritt bedeute nicht, dass man zwangsläufig auch den zweiten Schritt gehen werde. Und: „Sollte das Projekt realisiert werden, geht das nicht zu Lasten irgendeines Sportvereins in Hamm und deshalb wird auch keine Schule weniger saniert“, konterte Kocker entsprechende Angriffe seitens der Opposition.

Pro Hamm und Linke hatten deutlich gemacht, dass die Stadt drängendere Probleme habe als ein neues Stadion zu bauen. FDP-Chef Ingo Müller warnte davor, den bisher beschrittenen Weg der einvernehmlichen Sportpolitik zu verlassen. Grünen-Chef Volker Burgard bezeichnete den Antrag als Luftballon, schließlich wüssten CDU und SPD, dass die Stadt für ein solches Vorhaben kein Geld habe. Dennoch gebe man ein „paar Zehntausend“ für eine Prüfung aus.

Der Abpfiff der Diskussion über Sinn und Unsinn des Antrages kam von Hunsteger. „Die Sportszene erwartet, dass wir diese Frage beantworten.“ Im vierten Quartal 2015 oder ersten Quartal 2016 werde es eine Vorlage geben, in der mögliche Modelle gegenübergestellt werden. Dann wird der Ball wieder bei der Politik liegen. Nach der Debatte, ist vor der Debatte.

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