Pöbeleien im Gerichtssaal: Zeuge sagt gegen Bandidos-Rocker aus

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Pöbeleien, wechselseitige Beleidigungen, feixende Mienen - die Prozessbeteiligten im Verfahren gegen drei mutmaßliche Bandidos sind nicht zu beneiden. Angespannte Stimmung auch am Verhandlungstag am Montag, den 27.April, als ein mutmaßliches Opfer als Zeuge vor dem Dortmunder Landgericht aussagte. Der 33-jährige Lüner soll von einem der Angeklagten und zwei Begleitern um Geld erpresst worden sein.

Hamm/Dortmund - Um womöglich ihn und seine Familie einzuschüchtern, wurde ihm Anfang Juli vergangenen Jahres in seine Wohnung ein Schweinekopf in einem Karton geliefert. Als Zeuge zeigte sich der Lüner jedoch eher kämpferisch und ließ sich von den feixenden Blicken und gezischten Beleidigungen von der Anklagebank nicht beeindrucken: "Ich sollte 3.000 Euro zahlen, weil ich angeblich jemanden zusammengeschlagen hatte, der dann ein Bein verloren hat. Das ist Quatsch. Ich zahle nichts, wenn ich nichts getan habe." Warum er das als bedrohlich geschilderte Auftreten des Trios und die Zusendung des Schweinekopfs nicht angezeigt habe, wollte ein Richter wissen.

"Mit der Polizei habe ich es nicht so," erklärte der Zeuge unter lautstarkem Prusten der Angeklagten. Die vermeintlichen Geldeintreiber waren offenbar nicht zimperlich, rissen ihrem Widersacher nach dessen Schilderung eine Kette vom Hals und durchwühlten seine Wohnung nach verwertbarer Beute. "Ich hatte so eine Wut auf die Leute", erinnerte sich der Zeuge an seine damalige Gemütslage, sparte auch nicht mit bedrohlichen und beleidigenden Worten in Richtung Anklagebank.

Beleidigungen im Gerichtssaal auf beiden Seiten

"Wenn Sie nicht Ruhe geben, landen Sie gleich in der JVA" kommentierte der Vorsitzende Richter das respektlose und ungehemmte Auftreten des Zeugen. Die drei angeklagten Bandidos und Sympathisanten der Szene sollen in unterschiedlicher Tatbeteiligung mit 64 Kilo Amphetaminen gehandelt und mehrere Opfer um Geld zu erpressen versucht haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

Bereits am 21.April schilderte ein Opfer die Geschehnisse vor Gericht unter abschätzigen Blicken von Bandidos-Rockern. Trotz vieler Wachleute beim Prozess Ende März pfiffen die Angeklagten auf die "Corona-Regeln".

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