Hohlraum verunsichert Anwohner und Passanten

Klein, aber oho: Plötzlich war ein Krater mitten auf der Gartenstraße

Loch in der Gartenstraße in Hamm: Sicherheitshalber wurde der Straßenbereich gesperrt.
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Sicherheitshalber wurde der Straßenbereich gesperrt. Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn zum Beispiel ein Auto über die Unglücksstelle gefahren wäre.

Anwohner und Passanten haben auf einer Straße in Hamm ein Loch im Asphalt entdeckt. Und das war bei genauerem Hinsehen schon ein kleiner Krater.

Heessen – Plötzlich ist da ein Loch in der Gartenstraße. Auf dem Abschnitt zwischen dem Hohen Weg und der Immanuel-Kant-Straße etwa auf der Höhe der Hausnummer 1 entdeckten Anwohner und Passanten am Donnerstagmorgen ein Loch im Asphalt – das bei genauerem Hinsehen schon ein kleiner Krater war. Wer durch das Loch im Asphalt blickte, sah direkt darunter erst mal: nichts. Das ist ein Zeichen, dass Wasser untere Schichten weggespült hat. Und das wiederum eins dafür, dass der Kanal schon länger defekt war und austretendes Wasser die Fahrbahn unterhöhlt hat.

Zuständig ist der Lippeverband. Ein Sprecher bestätigt auf Nachfrage den Schaden. In der Gartenstraße sei im Bereich der Hausnummer 1 die Fahrbahn mittig über dem Verlauf des Abwasserkanals des Lippeverbands eingebrochen. Der Innendurchmesser des Kanals liege bei 30 Zentimetern. „Die Ursache ist ein Hohlraum, der vermutlich auf ein defektes Kanalrohr zurückzuführen ist“, sagte der Sprecher des Lippeverbandes.

Die Stadtentwässerung Hamm des Lippeverbandes (siehe Infos weiter unten) werde die Reparatur in der kommenden Woche durchführen lassen. Die Gartenstraße ist derzeit im Bereich der Einmündung zum Hohen Weg für den Verkehr gesperrt und bleibt dies auch für die Dauer der Tiefbauarbeiten. Der Lippeverbandssprecher schätzt die Dauer der Arbeiten auf zwei Wochen.

Der sichtbare Teil im Asphalt sieht fast unspektakulär aus. Doch die Reparatur des Lochs darunter wird locker zwei Wochen dauern.

Plötzlich war ein Krater in der Straße: Mülleimer drüber geschoben

Was zwei Wochen dauert, ging am Donnerstagmorgen los. Ein Anwohner machte zwischen 7 Uhr und 7.30 Uhr mit seinem Hund eine Morgenrunde und entdeckte gemeinsam mit Passanten, die in Richtungen der beiden umliegenden Grundschulen oder Kita Gellerthaus unterwegs waren, das Loch. Der Anwohner reagierte am schnellsten. „Erst habe ich meinen Mülleimer über das Loch geschoben“, sagt er, „und dann habe ich mein Warndreiecke aus dem Auto geholt und davor gestellt.“

Anschließend wählte er die 112. „Ich wusste nicht genau, wer für so was zuständig ist“, sagt der 72-Jährige. Bei der Feuerwehr sei man aber sehr freundlich gewesen und habe versprochen, sofort die Stadt zu verständigen. „Schon eine halbe Stunde später, so gegen 8 Uhr, kam ein Wagen von der Stadt, hat das Loch mit Gittern umrandet und anschließend die Straße gesperrt“, hat der Anwohner beobachtet. Und auch die Experten vom Lippeverband trafen gegen 10.30 Uhr ein.

Die hätten das Loch erst genau untersucht und dann Wasser reinlaufen lassen. Eine der Männer habe den Gullydeckel, der vom Loch aus gesehen in Richtung Amtsstraße lag, aufgenommen und bestätigt, dass Wasser dort ankommt. Der habe gesagt, der Kanal sei komplett kaputt.

Plötzlich war ein Krater in der Straße: Parkendes Auto als Glücksfall

Und noch etwas ist dem Anwohner aufgefallen – ein besonders glücklicher Umstand. Das Fahrzeug eines Nachbarn parkte unmittelbar neben dem Loch in der Mitte der Fahrbahn: „Weil die Straße so eng ist, mussten die Autos, die morgens hier durchfahren, ausweichen und rollten über den gegenüber liegenden Bürgersteig“, sagt er, „und so fuhr keiner direkt über das Loch.“

Dem parkenden Auto sei es also zu verdanken, dass kein Fahrzeug eingebrochen sei. „Nicht auszudenken, wenn eine Mutter mit ihrem Kind durch das Loch gefahren wäre“, schlussfolgert der Anwohner, „was bei einem Achsbruch so alles passieren kann...“

Stadtentwässerung Hamm

Die Stadtentwässerung Hamm, eine Tochter des Lippeverbandes, ist verantwortlich für den Betrieb des über 850 Kilometer langen Kanalnetzes in Hamm mit über 25.000 Schachtbauwerken bzw. Kanalhaltungen und 151 Sonderbauwerken wie Kläranlagen oder Pumpwerke. Neben der Reinigung der rund 31.000 Straßeneinläufe, der Bekämpfung von Ratten, Planung, Bau und Betrieb von Abwasserkanälen gehört auch das Führen des Kanalkatasters dazu. Rund 70 Mitarbeiter kümmern sich in den Bereichen Planung, Bau, Betrieb und Kanalkataster um die Erfüllung der vielfältigen Aufgaben in Hamm.

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