Platz der Deutschen Einheit in Hamm eingeweiht

HAMM ▪ Rund 300 Bürger erlebten am Freitagabend eine würdevolle Einweihung des Platzes vor dem Heinrich-von-Kleist-Forum. Mit dem Drücken auf den roten Knopf ließ Rainer Eppelmann den Platz der Deutschen Einheit und das Kleist-Forum in dezentem Licht leuchten.

Als Überraschung enthüllte der ehemalige Minister für Abrüstung und Verteidigung in der letzten DDR-Regierung einen Obelisken, der an einen DDR-Grenzpfahl erinnert und in der Mitte des Platzes steht. Zuvor hatte er in einem eindrucksvollen Vortrag den Weg vom Mauerbau zur Mauerfall und die Unterschiede zwischen Demokratie und Diktatur aufgezeigt.

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Einweihung des Platzes der Deutschen Einheit in Hamm

Als Vorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur berichtete Eppelmann von Umfragen, die deutlich machen, wie wichtig es ist, Geschichte nie zu vergessen. So hätten bei einer bundesweiten Befragung von 16- bis 18-jährigen Gymnasiasten 19 Prozent Erich Honecker als „alten Bandleader“ bezeichnet, wussten somit nicht, das er DDR-Staatschef war. Für 18 Prozent ist Liedermacher und DDR-Kritiker Wolf Biermann ein langjähriger Generalsekretär der SED, 17 Prozent gaben an, dass Willy Brandt nicht Kanzler der Bundesrepublik Deutschland war, sondern 2. Generalsekretär der DDR. Und 31 Prozent konnten keine Antwort auf die Frage geben: Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur? „Ich will mich nicht lustig über diese Schüler machen, sondern ich frage Sie hier im Raum: Was haben Sie zu diesen Umfrageergebnissen beigetragen?“ Die Rede Eppelmanns machte in der Tat nachdenklich.

Der Einladung nach Hamm sei er gerne gefolgt, um von der Diktatur zu erzählen. Und auf die Umfrage zurückkommend sagte er: „Jeder Tag ist ein gewaltiger Unterschied.“ Er hoffe, dass er 93 Jahre alt werde, dann habe er nämlich ein Jahr länger in einer Demokratie als in einer Diktatur gelebt. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann schloss sich seinen Worten an. „Wer die Zukunft gestalten will, muss die Vergangenheit kennen.“ ▪ asc

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