So ist der Stand, so geht es weiter

Herzstück im „Erlebensraum“: Riesiges Plateau wächst und wächst

Erlebensraum Lippeaue in Hamm, Arbeiten am Plateau im März 2021.
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Skurrile Ansichten: Mancherorts - wie hier - ist die aufgeschüttete Fläche deutlich höher als die späteren drei Meter. Das bleibt aber nicht so, alles wird noch geglättet.

Schnee, Kälte und Regen haben die Arbeiten für den „Erlebensraum Lippeaue“ um rund vier Wochen verzögert. Doch auf der riesigen Baustelle im Herzen von Hamm geht es unermüdlich weiter. Schließlich gilt es einen Zeitplan einzuhalten.

Hamm – Ein „qualifizierter Bodenausbau und -einbau“ sei in dieser Phase im Februar nicht möglich gewesen, erklärt ein Sprecher der Stadt Hamm auf Nachfrage. Der Corona-bedingte Lockdown stelle indes kein Problem dar. Im vergangenen Jahr hatte sich ein rund dreimonatiger Verzug unter anderem deshalb ergeben, weil Evakuierungsaktionen nach Kampfmittelfunden nicht machbar gewesen wären. (Hier klicken für weitere Artikel zum Thema.)

Nach der weitgehenden Fertigstellung des Bereichs „Schweinemersch“ zwischen Münsterstraße und Bahndamm und dem weniger offensiven Vorgehen im noch weiter westlich gelegenen dritten Teilabschnitt konzentrieren sich die Arbeiten auf den Bereich des künftigen „Auenparks“ zwischen Lippeufer und Flugplatz. Beobachter nehmen vor allem das unablässige Wachsen des Plateaus wahr. Das dafür genutzte Material entstammt dem stetig weiter abgetragenen Altdeich zwischen Kläranlage und Fährstraße.

Eines der Herzstücke des künftigen „Erlebensraums“: das Plateau als Teil des Auenparks. Im Mai soll es seine volle Größe erreicht haben.

„Erlebensraum Lippeaue“ in Hamm: Bald geht‘s im Osten weiter

Von der Zielfläche des Plateaus seien in der optischen Ausdehnung inzwischen 95 Prozent erreicht und Gesamtvolumen rund 30 Prozent, so der Stadtsprecher. Weil es aber zügig voran geht, dürfte der Rohbau des Plateaukörpers bei stabiler Witterung Ende Mai komplett sein. Bei einer Ausdehnung von rund 48.000 Quadratmetern und einer Höhe von zumeist etwa drei Metern werden dort dann rund 110.000 Kubikmeter Bodenmasse verbaut worden sein.

„Erlebensraum Lippeaue“ im März 2021: neues Plateau und alter Deich

Stand der Arbeiten für den „Erlebensraum Lippeaue“ in Hamm im März 2021.
Stand der Arbeiten für den „Erlebensraum Lippeaue“ in Hamm im März 2021.
Stand der Arbeiten für den „Erlebensraum Lippeaue“ in Hamm im März 2021.
Stand der Arbeiten für den „Erlebensraum Lippeaue“ in Hamm im März 2021.
„Erlebensraum Lippeaue“ im März 2021: neues Plateau und alter Deich

Ist das erreicht, wird sich der Bauschwerpunkt wieder Richtung Osten verlagern: Noch im zweiten Quartal 2021 wollen die Planer – das Projekt wird bekanntlich von der Stadt Hamm und dem Lippeverband gemeinsam betreut – mit der „Hinterfüllung“ der neuen, 1,3 Kilometer langen Hochwasserschutzanlage (HWS) beginnen. Deren Spundwände, die den Erlebensraum im Norden begrenzen, waren zwischen Juli und Oktober 2020 gesetzt worden. Zur gefälligen Einbindung in das Gesamtprojekt wird das Stahlgerippe am Ende sanft ansteigend, aber vollständig überdeckt sein.

Aus der Luft noch eindrucksvoller: In der Fläche hat das Plateau zwischen Kläranlage und Münsterstraße bereits 95 Prozent erreicht. (Aufnahme von Mitte Januar 2021)

„Erlebensraum Lippeaue“ in Hamm: Gebuddelt wird auch im Westen

Auch südlich der Kornmersch in Bockum-Hövel laufen Erdarbeiten im Rahmen des Erlebensraum-Projekts. Im Zuge der Arbeiten werden ein grundwassergespeistes Gewässer neu angelegt und vorhandene Geländevertiefungen an den Grundwasserkörper angeschlossen, teilte die Stadt ergänzend mit. Dadurch soll dauerhafte Wasserführung in den Geländevertiefungen gewährleistet und somit neue Feuchtlebensräume geschaffen werden. Gleichzeitig werden ehemalige Ackerstandorte ökologisch revitalisiert.

Zusätzlich dienen die Maßnahmen der Vernetzung von hochwertigen Feuchtlebensräumen innerhalb der Lippeaue und der Optimierung der Auenfläche als Lebensraum für zahlreiche unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten. Die Arbeiten sollen voraussichtlich Ende der kommenden Woche abgeschlossen werden.

Auch im „Teilabschnitt 3“ südlich der Kornmersch wird gearbeitet - aber weitaus weniger auffällig.

Insgesamt rund 34.500.000 Euro investieren die Stadt Hamm, der Lippeverband und das Land NRW in den insgesamt 195 Hektar großen Erlebensraum Lippeaue; 7,4 Millionen davon trägt die Stadt. Die Fertigstellung ist für Ende 2022 vorgesehen; dann laufen auch die zugesagten Fördergelder aus.

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