Historisch-moderner Charme

3,5 Millionen Euro für Neubau: Planungen am Jugendgästehaus Sylverberg haben begonnen

Herbergsvater Carsten Pflug (rechts) und Trägervereins-Vorsitzender Hans Frieling freuen sich auf den Neu- und Umbau.
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Herbergsvater Carsten Pflug (rechts) und Trägervereins-Vorsitzender Hans Frieling freuen sich auf den Neu- und Umbau.

3,5 Millionen Euro sind für die Sanierung und den Neubau des Jugendgästehauses Sylverberg im Kurpark eingeplant, das wurde Mitte März im Rat beschlossen. Aktuell finden die ersten Vermessungsarbeiten für die genauere Planung statt.

Hamm – Der Charme des denkmalgeschützten Gebäudes soll durch die Baumaßnahmen im kommenden Jahr nicht verloren gehen. „Das Haus hat etwas Einzigartiges, das auf jeden Fall erhalten bleiben soll“, erklärt der Trägervereins-Vorsitzende Hans Frieling. Auch wenn der Neubau moderner gestaltet werden wird, soll der Altbau von außen keine Veränderung erfahren.

Rollstuhlgerechte Zimmer und ein Fahrstuhl für den zweigeschossigen Neubau sind ebenso geplant wie 16 weitere Zimmer. Im Altbau aus dem Jahr 1880 gibt es bisher zehn Zimmer mit insgesamt 53 Betten. Die Zimmer im Neubau sollen mit Betten ausgestattet werden, die man hochklappen kann, sodass Rollstuhlfahrer mit Begleitpersonen in einem Zimmer untergebracht werden können.

Mehr Platz durch Neubau

Die Küche, der Speisesaal und die Rezeption sollen in den Neubau verlegt werden, sodass mehr Platz im Altbau entsteht. Eine Verbindung der beiden Gebäude soll durch den aktuellen Speisesaal geschehen, denn der Raum soll zum Aufenthaltsort umfunktioniert werden. Das frühere Zimmer der Herbergseltern im Altbau befindet sich in der zweiten Etage und wird seit geraumer Zeit nicht mehr genutzt. Dort sollen jetzt Duschen für Frauen entstehen.

Eine Etage tiefer soll aus der jetzigen Küche ein Waschraum für Männer werden. „Die Räume bieten gute Voraussetzungen, weil dort bereits Wasserleitungen vorhanden sind. Wie das Ganze am Ende aussehen wird, müssen aber die Architekten und die Stadt entscheiden“, so Frieling. Träger des Aus- und Umbaus ist die Stadt.

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Mehr Betten für das Jugendgästehaus

Klar ist, dass der momentane Zustand nicht mehr geeignet sei, um die Belegungszahl in Zukunft zu erhalten. Dass die Waschräume nur durch den Speisesaal erreichbar sind, führte schon das ein oder andere Mal zu skurrilen Situationen: „Wir hatten mal ein paar Iren zu Gast, die es sehr locker nahmen mit ihrer Bekleidung und einfach durch den Speisesaal zu den Duschen gegangen sind. Das führte zu großen Überraschungen bei anderen Gästen“, erklärt Herbergsvater Carsten Pflug.

Der alte Anbau mit den Toiletten und die Hütten am Rande des Grundstücks müssten wahrscheinlich dem Neubau weichen. „Das ist aber kein Problem, denn die Hütten sind mittlerweile unansehnlich und werden kaum genutzt. Die Toiletten werden zudem an anderer Stelle ersetzt“, sagt Pflug. Ob die Duschen im Keller bleiben, sei noch offen – der Herbergsvater wünscht sich, dass sie bleiben. Das sei nötig, wenn mehr Gäste kommen.

Harte Zeit: Erst Corona dann Umbau

Für die Sanierung muss das Gästehaus geschlossen bleiben. Eine schwere Zeit, denn wegen Corona können bereits jetzt keine Gäste empfangen werden. Aktuell sind im Gästehaus Sylverberg alle Betten leer. Wegen der Hygienemaßnahmen sei es unwirtschaftlich, die Herberge zu betreiben.

„Wir können die Maßnahmen aufgrund der baulichen Voraussetzungen kaum umsetzen“, sagt Pflug. Auch ein Einbahnstraßensystem sei nicht umsetzbar, da es nur einen Ein- und Ausgang gebe.

Das Zehn-Bett-Zimmer müsse an maximal zwei Personen vermietet werden, das lohne sich nicht. Den Verlust gleiche man durch Rücklagen des Trägervereins aus. Wie lange man dies aber noch aushalten könne, sei schwer zu sagen, so Frieling. Mit Radtouristen, Kita- und Schulabschlussfahrten wäre das Haus aktuell eigentlich ausgebucht.

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