Förderstandort Donar: Pläne für endgültig begraben

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Die Pläne für einen Förderstandort Donar gehören endgültig der Geschichte an.

HAMM - Mit dem Verfüllen der beiden Radbodschächte und dem Fluten der untertägigen Strecken haben sich die vagen Hoffnungen der Hammer Kumpel, dass der Bergbaustandort Hamm bei der Realisierung eines privat finanzierten Bergwerks Donar eines Tages doch noch eine Renaissance erleben könnte, endgültig zerschlagen.

Wie ein Sprecher der RAG gegenüber unserer Zeitung bestätigte, können die sieben Jahre alten Donar-Planungen, bei denen Hamm noch eine wichtige Rolle spielte, so nicht mehr umgesetzt werden. „Wenn überhaupt, dürfte ein komplett neues Bergwerk auf der grünen Wiese im Übergangsbereich zwischen den Baufeldern Donar und Anneliese errichtet werden.“ Es befände sich dann einige Kilometer nördlich von Hamm im Kreis Warendorf. Wie der Sprecher betonte, habe man die Pläne zwar noch nicht verworfen. Aktuell sei es aber sehr unwahrscheinlich, dass ein Investor die erforderlichen 800 Millionen Euro in die Hand nimmt, um das Bergwerk zu bauen, verwies er auf die aktuell niedrigen Weltmarktpreise für Kokskohle, die einen gewinnbringenden Kohleabbau in 1500 Meter Tiefe unmöglich machen.

Vor einigen Jahren hatte es angesichts hoher Weltmarktpreise für Kokskohle Anfragen von potenziellen Investoren gegeben, darunter auch eine recht konkrete vom Stahl-Riesen ArcelorMittal, der seinen offiziellen Sitz in Luxemburg hat. Zu mehr kam es aber nicht.

Nach den alten Plänen sollte der Schacht Radbod 6 in Ascheberg-Herbern zum Frischwetter-, Seilfahrt- und Materialschacht ausgebaut werden. Schacht Radbod 5 in Bockum-Hövel, der mit Radbod 6 über eine 5,5 Kilometer lange Strecke untertägig verbunden ist, sollte zunächst als Abwetterschacht, später dann als Frischwetterschacht genutzt werden. Gefördert werden sollte die Kohle am Standort Bergwerk Ost. Hierfür hätten die Baufelder über einen so genannten Schrägschacht (Förderberg) mit dem neuen Förderstandort in Hamm verbunden werden müssen.

Doch das alles ist kein Thema mehr, zumal die RAG künftig auch keine Anstrengungen mehr unternehmen wird, die noch existierenden Radbod-Strecken vom Wasser freizuhalten. Im Zuge der Wasserhaltung fürs östliche Revier werden die Pumpen abgestellt – die Strecken „saufen“ ab. Dies hat aber auch Folgen für einen möglichen Donar-Investor: Er müsste nicht nur ein Wasserhaltungskonzept für Donar vorlegen, sondern auch die Altbereiche Radbod mit einbeziehen. Bei einem neuen Bergwerk mit einem neuen Tiefpunkt besteht ansonsten die Gefahr, dass sich das Grubenwasser neue Wege sucht und in Richtung Tiefpunkt fließt. - stg

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