Ausgangssperre in Hamm

Pizza trotz Sperrstunde: Lieferdienste dürfen auch nach 22 Uhr raus

Zeki Erbas von der Pizzeria Süd ist froh über jeden, der weiter bei ihm bestellt.
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Zeki Erbas von der Pizzeria Süd ist froh über jeden, der weiter bei ihm bestellt.

Hunger macht vor der Ausgangssperre keinen Halt. Das jedenfalls zeigte sich in den vergangenen Tagen, als auch nach Beginn der Sperrzeit etliche Lieferdienste auf den Straßen Hamms unterwegs waren, um Pizza und Co. zu den Kunden zu bringen.

Hamm – Allerdings wussten gerade in den ersten Tagen nicht alle Kunden, dass Pizzerien, Restaurants und Imbissstuben auch nach Beginn der Ausgangssperre ausliefern dürfen. „Wir haben abends viele Anrufe von Leuten bekommen, die gefragt haben, ob sie überhaupt noch bestellen dürfen“, erzählt Zeki Erbas von der „Pizzeria Süd“ an der Werler Straße 169. Der einfache Grund für die Ausnahme: Lieferdienste sind beruflich unterwegs – und das ist erlaubt. „Wir kommen weiterhin zu den Kunden, sie müssen nur die Tür öffnen“, sagt Erbas.

Grundsätzlich seien die Kunden in Hamm seit Coronabeginn zurückhaltender, wenn es um das Bestellen von Essen geht. Grund dafür ist neben den Coronaregeln das Geld. Viele seien von der Pandemie auch finanziell getroffen, so dass sie sich Pizza und Co. nicht mehr so häufig leisten können.

Auch die Blueliner-Sportsbar hat inzwischen einen Lieferservice. Philipp Alberti von der zuständigen Hammer Eisgenossenschaft erklärt, dass die Zahl der Bestellungen sich nach Beginn der Ausgangssperre nicht verändert habe. „Mein Bauchgefühl sagt, dass es immer weniger wird, weil die Leute es satt sind, sich nur noch beliefern zu lassen.“

Auch das Wohnmobil-Dinner nutzten zuletzt weniger Menschen als sonst – schließlich galt am vergangenen Wochenende noch die Ausgangssperre bis 21 Uhr, so dass vergleichsweise schnell gegessen werden musste.

„Nächster Nackenschlag für die Gastronomie“

Für dieses Wochenende sehe es aber schon besser aus mit den Reservierungen, sagt Alberti. Grundsätzlich sieht er in der Ausgangssperre den „nächsten Nackenschlag für die Gastronomie“. Denn viel Geld mache man mit dem Lieferdienst und dem Wohnmobil-Dinner nicht, es reiche nur, um Angestellten weiterhin das normale Gehalt zu zahlen. „Wir arbeiten gerade eben kostendeckend“, sagt Philipp Alberti.

Doch die schwierige Zeit fördert auch zumindest etwas Positives zutage, erklärt Erbas von der Pizzeria Süd. Viele Kunden zeigten sich treu und dankbar. „Kinder haben uns Bilder gemalt, dass wir tapfer sein sollen und dass die Pizza bei uns schmeckt“, sagt er. Das gebe ihm Kraft und motiviere zum Weitermachen – das könne man in Zeiten gut gebrauchen kann. „Zu Beginn der Coronapandemie hatten wir bis zu 70 Prozent Umsatzrückgang“, erzählt Erbas. Existenzängsten seien inzwischen ein täglicher Begleiter. Gerettet habe das Unternehmen bisher das Geschäft mit dem Lieferdienst und Abholservice.

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