Piratenpartei in Hamm hofft auf Schwung aus Berlin

Kai Uwe Joppich aus Hamm ist aktives Mitglied der Piratenpartei. ▪

HAMM ▪ Ganz Deutschland spricht über die Piratenpartei. In Hamm zählt die Partei, die bei den Wahlen in Berlin am Sonntag 8,9 Prozent schaffte, rund 16 Mitglieder. Bei der Bundestagswahl 2009 holte sie in Hamm 1,8 Prozent der Stimmen, bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr waren es bei den Zweitstimmen 1,7 Prozent. WA-Redakteur Alexander Schäfer sprach mit dem aktiven Mitglied Kai Uwe Joppich über die Zukunft der Partei hier vor Ort.

Ist solch ein Erfolg der Piraten wie in Berlin auch in Hamm möglich?

Joppich: Das ist schwierig. Wir wollen aber am Ball bleiben und den Schwung aus Berlin mitnehmen. NRW-weit ist die 5-Prozent-Hürde zu knacken. Die Menschen wissen jetzt, dass ihre Stimme für die Piratenpartei nicht verschenkt ist. Bei der nächsten Kommunalwahl wollen wir antreten, aber dafür braucht man auch Menschen, die sich engagieren wollen. Für einen eigenen Kreisverband ist Hamm zu klein. Wir arbeiten deshalb mit Soest, Unna und Münster zusammen. So war ich am Sonntagabend auf der Wahlparty in Münster.

Wie groß ist die Piraten-Szene in Hamm?

Joppich: Vor der Bundestagswahl 2009 kamen 20 bis 25 Menschen zu unserem Stammtisch. Jetzt sind wir 16, 17 feste Mitglieder. Aktiv sind aber nur drei, vier. Als außerparlamentarische und noch junge Kraft ist es schwierig, Aufmerksamkeit zu bekommen. Durch die Berlin-Wahl wird sich die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit aber ändern. Wir haben einen eigenen Balken auf der Wahlgrafik.

Wofür steht die Piratenpartei, abgesehen von mehr Freiheit im Internet?

Joppich: Mehr Transparenz in der Politik ist ein großes Thema. So müssen Verträge zwischen Politik und Industrie offen gelegt werden, soweit dies sicherheitspolitisch möglich ist. Ein Beispiel wären die Vereinbarungen zwischen der Regierung und der Atomindustrie zu den Laufzeiten der Reaktoren gewesen. Wir setzen uns zudem für mehr Bürgerrechte, -begehren und -beteiligungen ein. Der Bürger muss mitentscheiden dürfen. Nur alle vier oder fünf Jahre ein Kreuz machen zu dürfen, ist zu wenig.

Die Piratenpartei lädt Interessierte und Neugierige aus Hamm und Umgebung jeden ersten und dritten Mittwoch um 19 Uhr zum Stammtisch ins HSV-Sport-Casino, Jürgen-Graef-Allee 13, ein. Das nächste Treffen ist also am 21. September.

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