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„Phantom“: Stadt Hamm wird 200.000 Euro plus X zurückzahlen

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Von: Frank Lahme

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Teure Folgen: Die Phantom-Geschichte geht weiter.
Teure Folgen für die Stadt Hamm: Die Phantom-Geschichte geht weiter. © Andreas Rother

Acht Monate nach den WA-Enthüllungen zum „Phantom im Rathaus“ kommen nun teure Konsequenzen auf die Stadt Hamm zu.

Hamm – Die Bezirksregierung Arnsberg fordert Fördermittel zurück und wird diese auch erhalten. „Wir haben der Bezirksregierung mitgeteilt, dass wir die Rückzahlungsforderung nicht beanstanden“, teilte Stadtsprecher Detlef Burrichter mit. Nach WA-Informationen geht es um rund 200.000 Euro, die im Zuge des Projekts Südosteuropa in den Jahren 2017 bis 2019 nach Hamm geflossen waren und nun zurückzuzahlen sind.

Mit dem Geld war eine Vollzeitstelle für eine Roma-Expertin finanziert worden, die tatsächlich in Bulgarien lebte. Wie der WA im Mai 2021 aufgedeckt hatte, war die Frau von Verwaltungsmitarbeitern mit Scheinadressen in Hamm ausgestattet worden. Das „Phantom im Rathaus“ reiste mit dem Flugzeug zu seinen gelegentlichen Arbeitsbesuchen in Hamm an und kam dann in Hotels unter. Finanziert wurden auch diese Reisen und die Hotelübernachtungen über die Fördergelder des Landes. Ebenso verhielt es sich mit Honoraren, die an eine Firma der Frau ausgezahlt wurden.

Monatelang hatte die Bezirksregierung als Bewilligungsbehörde die zweifelhaften Vorgänge überprüft und schließlich zum Jahresende gegenüber der Stadtverwaltung angekündigt, dass Fördermittel zurückgefordert werden würden. Zunächst hatte die Stadt jedoch Gelegenheit erhalten, hierzu eine Stellungnahme abzugeben. Die erste Frist hierfür war eigentlich kurz vor Weihnachten abgelaufen. Die Verwaltung beantragte aber eine Verlängerung bis zum 20. Januar 2022.

Phantom im Rathaus: Stadt prüft Regressansprüche

Die Stadt habe nun ihrerseits die Überprüfung abgeschlossen und fristgerecht geantwortet, sagte Stadtsprecher Detlef Burrichter. Ob die Stadt versuchen werde, sich die Fördergelder im Zuge von Schadensersatzforderungen von den verantwortlichen Rathausmitarbeitern zurückzuholen, werde nunmehr geprüft.

Mit den im Raum stehenden rund 200.000 Euro ist es zudem vermutlich nicht getan. Das Projekt Südosteuropa befindet sich aktuell in der zweiten Förderphase. Im Jahr 2020 und der ersten Jahreshälfte 2021 stand die Bulgarin weiterhin bei der Stadt in Lohn und Brot und reiste mit dem Flugzeug an. „Die Prüfung bezüglich des zweiten Förderzeitraums dauert noch an“, teilte eine Sprecherin der Bezirksregierung am Mittwoch auf Anfrage mit.

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