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112 Pfeilgiftfrösche in Hammer Hotelzimmer beschlagnahmt

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Von: Frank Osiewacz

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Einer von 112 Pfeilgiftfröschen, die der Zoll beschlagnahmte.
Einer von 112 Pfeilgiftfröschen, die der Zoll beschlagnahmte. © Zoll

Der Zoll hat in einem Hammer Hotel 112 mutmaßlich geschmuggelte Pfeilgiftfrösche beschlagnahmt.

Hamm – Die Tiere seien aus der Slowakei per Kurierfahrerin nach Hamm gelangt und hätten an einen Käufer übergeben werden sollen, sagte eine Sprecherin des Zollfahndungsamtes Essen gegenüber dem WA. Der Schwarzmarktwert belaufe sich auf etwa 25.000 Euro.

Alle in Hamm am vergangenen Wochenende gefundenen Tiere gelten als besonders bedroht. 108 Frösche stammen laut Zoll aus Panama. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um Wildfänge handelt. Vier Tiere gehören zu einer Gattung, die noch nie offiziell in die EU eingeführt worden sein soll. Seit drei Jahren gelte in Panama ein Exportstopp für wild lebende Tiere, sagte die Sprecherin. Eine Gattung der aufgefundenen Tiere sei erst vor zwei Jahren entdeckt worden.

Die 35-jährige Kurierin habe den Zollfahndern keine gültigen Einfuhr- und Herkunftsgenehmigungen vorlegen können. Die Frau, die aus der Slowakei stammt, erwartet ein Strafverfahren wegen illegaler Einfuhr und Handels mit geschützten Arten. Sie befindet sich nach Erbringen einer finanziellen Sicherheitsleistung auf freiem Fuß. Das ist ein üblicher Verfahrensweg. Der Zoll ermittelt weiter zu den Hintermännern.

Terraristika wegen Coronavirus abgesagt

Die Tiere, die in Styroporbehältern und Kunststoffdöschen (in etwa in der Größe eines Fleischsalatbehälters) transportiert wurden, seien hoch spezialisiert, so die Sprecherin. Ihr Gift entwickelten sie nur im natürlichen Lebensraum. Die Frösche wurden in einem Zoo untergebracht. Zwei Tiere seien aufgrund des Transportstresses verendet.

Am Wochenende hätte in Hamm die 77. Terraristika, die weltweit größte Börse für Terrarientiere, stattfinden sollen. Sie war frühzeitig wegen der nahenden Coronavirus-Welle abgesagt worden. In der Vergangenheit waren Fahnder an Börsenwochenenden mehrfach auf schwarze Schafe gestoßen, die abseits der Börse illegale Geschäfte mit Tieren abwickeln wollten.

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