Perthes-Werk gibt Werkstatt-Standort in Hamm auf

+
Der Standort wird Ende März aufgegeben. Maßnahmen für Langzeitarbeitslose finden dort dann nicht mehr statt. 

Hamm - Das Evangelische Perthes-Werk gibt seinen Sozialwerkstatt-Standort an der Rathenaustraße in Lohauserholz auf. Seit 1999 führte der Träger dort Maßnahmen mit Langzeitarbeitslosen zur Arbeitsförderung durch. Davor, seit 1992, befand sich die Einrichtung an anderer Stelle an der Rathenaustraße. Nicht betroffen ist die Radstation am Hammer Bahnhof, die ebenfalls vom Perthes-Werk betrieben werden.

Die Gründe für die Aufgabe des Standortes, für den es bis auf weiteres keinen Ersatz in Hamm geben wird, seien vielschichtig, sagte Michael Dreiucker, Geschäftsbereichsleiter von Perthes-Arbeit in Münster. Unter anderem gehe es um konzeptionelle Überlegungen, um Auslastung der Maßnahmen und auch – wenn auch nicht alleine – um Kosten und Finanzierung. „Bundesprogramme laufen zum Jahresende aus. Eine Fortsetzung gibt es noch nicht“, so der Geschäftsbereichsleiter. 

Die Teilnehmer der aktuellen Maßnahme und ihre Anleiter sind informiert worden. Die beiden Anleiter werden an anderer Stelle in Einrichtungen des Perthes-Werks eingesetzt. Mit Auslaufen des aktuellen Bewilligungsbescheides am 31. März enden die Maßnahmen an der Rathenaustraße. Dann erfolge der Rückbau der rund 1100 Quadratmeter großen Einrichtung und die Übergabe an den privaten Eigentümer. 

„Wir haben uns in den vergangenen vier Monaten intensiv mit Möglichkeiten auseinandergesetzt, den Betrieb aufrecht zu erhalten, und haben diverse Alternativen geprüft“, sagte Dreiucker. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass dies unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht möglich ist.“ Langzeitarbeitslose wurden dem Perthes-Werk als Teilnehmer der Maßnahmen vom Kommunalen Jobcenter (KJC) zugewiesen, über das auch die Finanzierung lief. 

Ziel im Rahmen der Arbeitsförderung war ihre Aktivierung und ihnen damit eine Perspektive zu verschaffen. Dazu nahmen sie für die Dauer eines halben Jahres unter Anleitung an verschiedenen Programmen teil. Sehr erfolgreich sei zuletzt beispielsweise eine Fahrrad-Recycling-Aktion gelaufen, die zusammen mit den Rotariern und der Karlschule durchgeführt wurde, sagte Dreiucker. Die aufgearbeiteten Fahrräder seien Empfängern von Grundsicherung zur Verfügung gestellt worden. 

„Unter den Teilnehmern hat es eine hohe Identifizierung mit den Maßnahmen gegeben“, sagte Dreiucker. „Die Leute sind gerne wiedergekommen.“ Zuletzt lag ihre Zahl zwischen 30 und 35. Die Mehraufwandsentschädigung, die die Teilnehmer für ihre Tätigkeit erhielten, wurde nicht auf die Leistungen des KJC angerechnet. 

Die Überprüfung der Sozialwerkstatt-Standorte im Perthes-Werk finde jährlich statt, so der Bereichsleiter. Über ein Jahr erstrecken sich auch die Antrags- und Bewilligungszeiträume beim KJC. 

Über den Gesamtzeitraum von 1999 an betrachtet, sei es durch Veränderungen in der Soziallandschaft und wachsende Anforderungen an die Träger zunehmend schwieriger geworden, Maßnahmen zu fahren. „Die Spirale hat sich abwärts gedreht“, sagte Dreiucker.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.