Chemie ist nicht erlaubt...

Perfektes Wetter für Unkraut - So kämpft die Stadt dagegen

Gutes Wetter für Unkraut: Die unerwünschten Pflanzen wachsen bei dem Wetter und Temperaturen ideal. Besonders der Riesen-Bärenklau, auch bekannt als Herkulesstaude, sorgt für Ärger.

Hamm - Temperaturen im mittleren 20-Grad-Bereich und reichlich Regen – das ist zwar kein Treibhaus-Klima, aber doch ideal für heimische Pflanzen, um ordentlich zu wachsen. Das gilt natürlich nicht nur für willkommene Gewächse, sondern auch für „Unkraut“, auch „Wildkraut“ genannt. Das sprießt jetzt in Hamm auch an Stellen, an denen es unerwünscht ist.

Betroffen sind nicht nur der eigene Garten, sondern auch öffentliche Flächen, für deren Pflege die Stadt zuständig ist: Parks, Friedhöfe, Sportanlagen und auch die Bereiche an öffentlichen Gebäuden. Dort versuchen Mitarbeiter des Grünflächen- und des Tiefbauamtes die Wildkräuter im Zaum zu halten.

Für die Beseitigung auf öffentlichen Straßen und Wegen ist in der Regel der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb (ASH) zuständig, der dafür fünf Teams im Einsatz hat. In Bereichen, in denen nur eine Teilreinigung durch den ASH erfolgt, sind die Anwohner laut Straßenreinigungssatzung verpflichtet, die Gehwege zu reinigen. In einigen Fällen reinigt der ASH auch die Straßen nicht, dort sind dann ebenfalls die Anlieger zuständig.

Die Zellstruktur der Pflanze zerstören: Zur Unkrautbekämpfung setzen die Mitarbeiter der Stadt (wie hier im Kurpark) unter anderem heißes Wasser ein.

Chemische Bekämpfungsmittel (zum Beispiel Glyphosat) sind nach Auskunft von Stadtsprecher Tobias Köbberling seit Langem auf Flächen untersagt, die für die Allgemeinheit zugänglich sind. Stattdessen gehen die Mitarbeiter mechanisch beziehungsweise manuell vor, beispielsweise mit Harken, oder thermisch, indem sie heißes Wasser und Gasbrenner nutzen. Bei der Beseitigung haben Wege und Sichtachsen ebenso Vorrang wie Bereiche, in denen die Verkehrssicherheit gewährleistet werden muss.

Kampf gegen Unkraut in Hamm: Achtung, Riesen-Bärenklau

„Unkraut“ der ganz besonderen, weil gefährlichen Art sind die Herkulesstaude, auch Riesen-Bärenklau genannt: Berührungen können zu schmerzhaften Blasen auf der Haut führen, die wie Verbrennungen erscheinen und nur schwer heilen. Dazu gab es laut Köbberling bislang vier Meldungen zu neuen Standorten. Bereits bekannte Standorte habe man im Blick, an einem von ihnen seien von Bundesfreiwilligen „bestimmt annähernd 100 Pflanzen ausgestochen“ worden. Zusätzlich würden Vorkommen in Berge, Rhynern und Freiske schon seit Jahren regelmäßig vom Verein „Landliäben e.V.“ im Auftrag des Umweltamtes bekämpft.

Die Herkulesstaude sei im Stadtgebiet bisher an 102 Standorten registriert und bekämpft worden – mit Erfolg: Es seien nur noch etwa zehn aktiv. „Die übrigen stehen teilweise noch unter Beobachtung, sind aber wohl erloschen“, so Köbberling.

Rubriklistenbild: © Reiner Mroß

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