Sportheim-Öffnungszeiten für jedermann erweitert

TuS-Sportler bieten Refus-Gästen Pils-Asyl

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Ein Feierabendbier und Knobeln in uriger Atmosphäre: Nach dem Aus für das „Haus Refus“ hat der TuS Wiescherhöfen die Öffnungszeiten seines Sportheims verlängert: Marc Lapcevic (von links), Tobias Harbach und Marcel Piesch freuen sich.

Pelkum – Schnell noch ein Feierabendbier? Seit der Schließung von „Haus Refus“ ist das in Wiescherhöfen-Dorf nicht mehr möglich. Oder doch?

Zwar gibt es dort noch zwei Pizzerien. Aber die klassische Eckkneipe? Fehlanzeige! Dafür gibt es in unmittelbarer Nähe Möglichkeiten, ein Bierchen zu trinken und mit Nachbarn ins Gespräch zu kommen – und zwar in den Sportheimen des TuS „Germania“ Lohauserholz-Daberg und des TuS Wiescherhöfen.

Letzterer hat, nachdem das Aus von „Haus Refus“ durchgesickert war, bereits reagiert und die Öffnungszeiten des Sportheims an der Wielandstraße, das der Verein in Eigenregie betreibt, erweitert. „Wir haben an jedem Mittwoch und Freitag ab 17 Uhr geöffnet und sind für jedermann zugänglich. Sonntags haben wir bereits ab 13 Uhr geöffnet“, berichtet der 2. Vorsitzende, Marc Lapcevic.

Auch den heimatlos gewordenen Vereinen stelle man seine Räumlichkeiten gerne zur Verfügung, ebenso Stammtischen oder Knobelrunden. Und sogar Geburtstagsfeiern, Hochzeiten oder der ebenfalls angesprochene Beerdigungskaffee seien im Vereinsheim möglich.

Die Traditionsgaststätte Haus Refus ist seit mehreren Wochen geschlossen - wohl auch endgültig.

Lapcevic hat mittlerweile auch schon von einigen Bürgern aus dem Dorf gehört, die bis nach Herringen fahren, um ihr Feierabendbier zu trinken. Doch das bräuchten sie gar nicht: „Wir haben neben dem Schankraum mit Theke und Stammtisch auch unseren Sportlerraum mit 65 Sitzplätzen.“ Und dort komme so etwas wie eine Kneipenatmosphäre auf. Es werden auch kleine Snacks gereicht, freitags von 21 bis 22 Uhr gebe es zudem eine Pilsstunde.

„Wir denken momentan auch über einen Frühschoppen am Sonntagmorgen nach. Dieser hängt aber davon ab, ob unser Sportheim von unseren Nachbarn in Wiescherhöfen und Pelkum angenommen wird, denn das Kneipensterben betrifft ja nicht nur den Ortsteil Wiescherhöfen.“

Erweiterte Öffnungszeiten erstmal ein Versuch

Wie Lapcevic betont, sind die erweiterten Öffnungszeiten erst einmal ein Versuch. „Die Leute müssen natürlich auch kommen.“ Andernfalls werde man sich vom Mittwoch wieder verabschieden, so Lapcevic, der aber hofft, dass die Menschen vor allem aus dem Dorf seiner Einladung folgen und den Sprung über die Bahnlinie „wagen“. Denn die stellte für den einen oder anderen Einheimischen bislang eine fast unüberbrückbare „Kopf-Hürde“ dar – eine Erfahrung, die auch schon die Arbeitsgemeinschaft der Vereine aus Wiescherhöfen und Weetfeld gemacht hat.

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