Wegen NS-Vergangenheit: Wernher-von-Braun-Straße umbenannt

Die Wernher-von-Braun-Straße ist durch die Elisabeth-Schiemann-Straße ersetzt worden.
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Die Wernher-von-Braun-Straße ist durch die Elisabeth-Schiemann-Straße ersetzt worden.

Die Wernher-von-Braun-Straße ist endgültig Geschichte: Zum Ende der Sommerferien hatten Mitarbeiter der Stadt die entsprechende Beschilderung ausgetauscht und durch Elisabeth-Schiemann-Straße ersetzt.

Selmigerheide – Eine offizielle Einweihung der „neuen“ Straße habe es nicht gegeben, wie Stadtsprecher Lukas Huster sagte. In solchen Fällen sei das nicht üblich. „Anders kann es aussehen, wenn Straßen nach lokalen Persönlichkeiten benannt werden.“

Von der Umbenennung betroffen sind rund 230 Menschen in 90 Haushalten. Seit dem entsprechenden Beschluss durch die Bezirksvertretung am 16.Juni hatten sie rund sechs Wochen Zeit, sich die neue Adresse beispielsweise in ihre persönlichen Papiere eintragen zu lassen.

Von NS-Vergangenheit zum Widerstand

Ein Bürger hatte die Umbenennung der Straße beantragt, da Werner von Braun (1912 bis 1977), der als Wegbereiter der Raketenwaffen und Raumfahrt gilt, eine NS-Vergangenheit hat. Umfangreiche Recherchen des Stadtarchivs Hamm haben das bestätigt.

Elisabeth Schiemann (1881 bis 1972) war eine deutsche Genetikerin, Kulturpflanzenforscherin und Widerstandskämpferin. Sie gehörte zu der ersten Generation der Frauen in Deutschland, die studieren konnten.

Bereits 2013 wurde die Heinrich-Luhmann-Straße zur Bernhard-Ketzlick-Straße umbenannt. Im Zuge des gewaltsamen Todes des US-Amerikaners George Floyd werden momentan historische Namenspatrone von Straßennamen in Hamm verstärkt unter die Lupe genommen  und daraufhin untersucht, ob sie Rassisten oder Kriegstreiber verherrlichen.

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