"St. Paulus" in Lohauserholz

Anschlag auf Kita-Baum - Flüssigkeit gibt Rätsel auf

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Jan-Phillip Wagner zeigt zwei der Löcher.

Lohauserholz - Auf dem Gelände der Kita St. Paulus haben sich Unbekannte an einem Baum vergriffen. In acht Meter Höhe bohrten sie Löcher und füllten einige davon mit einer unbekannten Flüssigkeit.

Kopfschüttelnd blicken Rolf Wiesendahl vom Kirchenvorstand St. Laurentius und die stellvertretende Kita-Leiterin Katja Bormann in die große Esche auf dem Gelände der Kita St. Paulus. „Das ist eine bodenlose Gemeinheit. Ich mag mir nicht vorstellen, wenn es stark windig gewesen wäre und der Baum in die falsche Richtung weggebrochen wäre“, so Wiesendahl.

Bei Baumarbeiten wurden aus dem Hubsteiger heraus zufällig die fingerdicken, etwa sechs Zentimeter tiefen Löcher gefunden: Sechs an der Zahl, in circa acht Metern Höhe, rundherum in einen Ast einer Esche auf dem Kita-Gelände gebohrt. Unten habe die Firma Wagner, die den betroffenen Baum von Totholz befreien wollte, noch Sägespäne gefunden. Dies deute darauf hin, dass die Tat noch recht frisch gewesen sein dürfte.

Jan-Phillip Wagner untersucht die Esche auf dem Kita-Gelände. Ohne Leiter und entsprechendes Werkzeug hätte man dem Baum die Schäden nicht zufügen können. Die Gemeinde hofft auf Zeugen.

Ein Unbekannter muss die Löcher vorsätzlich mit einem Spiralbohrer in den Ast hineingebohrt haben. Doch nicht nur das: Bei einem Ortstermin mit dem Hubsteiger hielten die Mitarbeiter der Firma Wagner die Nase an die Löcher. Denn drei Löcher sind mit Silikon wieder verschlossen worden. Vermutlich, um die dahinter verborgene Flüssigkeit, die der Unbekannte in die Bohrlöcher geschüttet haben muss, zu verbergen. Zusätzlich wurden an dem Tag auch noch einige angesägte Wurzeln entdeckt.

Unbekannte Flüssigkeit als Problem

Aus fachlicher Sicht sieht Philipp Wagner das Problem nicht beim Stämmling. Das Problematische sei die nicht identifizierbare

Flüssigkeit. Bei den angesägten Wurzeln handele es sich eher nicht um statisch relevante. „Dennoch hat sich der Baum auf diese Wurzeln verlassen und wir wissen nicht, welche Bedeutung sie für ihn hatten“, erklärt Wagner.

Einen Schaden im schätzungsweise vierstelligen Bereich habe der Unbekannte damit angerichtet. Bereits ein Zugversuch, um zu ermitteln, ob der Wurzelschaden maßgebend für die Standsicherheit des Baumes ist, koste 1000 Euro.

Er will sich nicht ausmalen, was hätte passieren können, wenn die 45 Kindergartenkinder keine Ferien gehabt hätten und die Tat nicht entdeckt worden wäre. Die Gemeinde wollte Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. „Um auf den Baum zu kommen, braucht man zumindest eine größere Leiter“, so Wiesendahl.

Wenn sich niemand meldet, will man sich in der Nachbarschaft erkundigen, ob jemand Bohr- oder Sägegeräusche gehört hat.

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